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  Ofatumumab
Geschrieben von: 1000gesichter - 17.09.2019, 17:02 - Forum: Aktuelle Studien und Berichte - Keine Antworten

Weitere effiziente Therapie der schubförmigen MS in Sicht
17. September 2019
Neue Daten zu Ofatumumab von der ECTRIMS-Tagung in Stockholm. Prof. Mathias Mäurer fasst sie auf MS-Docblog zusammen.
In zwei Phase-III-Studien wurden Wirksamkeit und Sicherheit von Ofatumumab (noch in der Testphase und wird vermutlich noch 2019 zur Zulassungsprüfung angemeldet) mit Teriflunomid (Aubagio; bereits zugelassen) verglichen. Bereits vor gut zwei Wochen veröffentlichte der Hersteller einen Teil der Ergebnisse (amsel.de hatte berichtet). Nun berichtet Prof. Mäurer ausführlich.

Ofatumumab ist ein weiterer monokonaler Antikörper gegen schubförmige Multiple Sklerose. Zwar sind schon einige dieser Antikörper zugelassen, Ofatumumab, das sich ähnlich wie Ocrelizumab (Ocrevus, ebenfalls bereits zugelassen) gegen B-Zellen richtet, muss im Unterschied zu Ocrevus jedoch nicht per Infusion gegeben werden. Die Aufnahme erfolgt über monatliche subkutane Spritzen, die der Patient selbst zuhause anwenden kann. Es sei also einfacher zu handhaben, so Prof. Mäurer.
Ergebnisse zu Ofatumumab verglichen mit Teriflunomid (nicht mit Plazebo) in Stichworten:
  • jährliche Schubratenreduktion um mehr als 50%
  • reduzierte Behinderungsprogression nach 3 bzw. 6 Monaten signifikant
  • signifikante Absenkung des Biomarkers NfL ("Neurofilament light"; gilt als vielversprechender Biomarker für Neurodegeneration)
  • deutliche  Reduktion der Entzündungsaktivität im MRT; z.B. Gadolinium-aufnehmende MRT-Läsionen um mehr als 90% reduziert

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  Fehlgeleitete MS Zellen
Geschrieben von: 1000gesichter - 10.09.2019, 08:37 - Forum: Aktuelle Studien und Berichte - Keine Antworten

Fehlgeleitete "MS-Zellen" - eine Ursache gefunden?
06. August 2019
Forscher der Universität Zürich haben möglicherweise Bahnbrechendes entdeckt: Zellen, welche die Blut-Hirn-Schranke überwinden und im zentralen Nervensystem Multiple Sklerose auslösen können.
Ob die neu entdeckte MS-typische Zellpopulation tatsächlich die Multiple Sklerose auslöst – es ist noch zu früh, das mit Gewissheit zu sagen. Erst müssten weitere Studien die Züricher Egebnisse bestätigen, so Prof. Dr. Burkhard Becher, Leiter der aktuellen Studie am Institut für Experimentelle Immunologie der Universität Zürich (UZH) und Sobek-Nachwuchspreisträger 2004. Doch Hinweise dafür fand die Züricher Forschergruppe.
Bei Multiple Sklerose kommt es regelmäßig dazu, dass körpereigene Abwehrzellen ins Gehirn und ins Rückenmark (ZNS) eindringen und dort die Nerven und somit ihre Funktion schädigen. Unternimmt man nichts dagegen, vergrößert sich der Schaden und die entsprechenden Ausfälle und Behinderungen werden auch größer. Wobei dazu gesagt werden muss, dass die Schwere der MS und die Art der Symptome sowie das Ausmaß an Behinderungen individuell sehr unterschiedlich ausfällt. So kann ein Patient ein Leben lang ohne Gehhilfe auskommen, während ein anderer bereits in jungen Jahren auf Gehhilfen wie Stock, Rollator oder Rollstuhl angewiesen ist. Manche Betroffene leiden so stark an Fatigue, dass sie nicht mehr arbeiten können, andere haben gar keine Fatigue.
Näher an der Ursache bzw. den Ursachen der Multiplen Sklerose
Welche Abwehrzellen es genau sind, die bei einer Multiplen Sklerose fehlgeleitet werden, ist Gegenstand der Forschung seit Jahrzehnten. Kennt man die Ursache, so hat man eine Basis, um (noch) wirksamere Therapien zu entwickeln, denn bisher lässt sich die MS nur immunmodulatorisch bremsen, jedoch nicht ganz stoppen. Becher und sein Team haben nun im Blut von MS-Erkrankten eine Gruppe an weißen Blutkörperchen identifizieren können, welche zwei essenzielle Eigenschaften aufweisen, die eine Multiple Sklerose auslösen könnten: Diese Abwehrzellen überwinden die Blut-Hirn-Schranke und entzünden Nervenzellen.
Zwei moderne Technologien nutzten die Forscher bei ihrer Arbeit. Mit der hochdimensionalen Zytometrie lassen sich zig Millionen von Zellen bei hunderten von Patienten auf ihre Immunmerkmale hin untersuchen. Sie entwickelten spezielle Computeralgorithmen und nutzten künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um die riesige Datenmenge zu analysieren. Anschließend interpretierte das interdisziplinäre Team aus Medizinern, Computerwissenschaftlern und Biologen die Ergebnisse.
Ein Ansatz, um MS noch gezielter zu behandeln?
Die gefundene Zellpopulation aus dem Blut der MS-Patienten unterschied sich eindeutig von den Immunzellen im Blut anderer Patienten. Die T-Helfer-Zellen produzieren ein Zytokin (GM-CSF), das neuroinformatisch wirkt. Der Chemokinrezeptor CXCR4 und das Membranprotein VLA4 auf den Abwehrzellen wiederum sorgen dafür, dass diese durch die Blut-Hirn-Schranke schlüpfen und somit ins ZNS eindringen können.
Darüber hinaus fanden die Forscher diese „MS-Abwehrzellen" bei MS-Patienten selbst, sowohl in der Hirnflüssigkeit als auch in den Läsionen. Und: Eine bestimmte MS-Therapie (die Pressemitteilung der Zürcher Universität äußert sich nicht genau, welche) bekämpft genau diese körpereigenen Abwehrzellen sehr effektiv.
Quellen: Nature Medicine, 22.07.2019; Pressemitteilung der Universität Zürich, 22.07.2019.

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  Ofatumumab bald Zulassung ??
Geschrieben von: 1000gesichter - 02.09.2019, 14:04 - Forum: Aktuelle Studien und Berichte - Keine Antworten

Ofatumumab erreicht Studienendpunkte
02. September 2019
Laut Hersteller kann der B-Zell-Hemmer MS-Schübe stärker reduzieren als ein Vergleichswirkstoff. Verglichen wurde er allerdings mit einem anders wirkenden MS-Medikament.
1.882 Probanden mit bestätigter schubförmiger Multipler Sklerose nahmen an den Studien zu Ofatumumab teil. Die Studien mit den NamenASCLEPIOS I und II sind Zwillingsstudien mit identischem Design, flexibler Dauer (bis zu 30 Monate), doppelt verblindet, randomisiert und multizentrisch als Phase-III-Studien angelegt.
Ihr Ziel: Die Sicherheit und Wirksamkeit von 20 mg Ofatumumab monatlich (subkutane Injektion) mit 14 mg Teriflunomid (Aubagio; täglich als Tablette eingenommen) zu vergleichen. Ofatumumab hemmt kurz gesagt die B-Zellen, indem es sie zerstört, während Teriflunomid selektiv sowohl B- als auch T-Zellen in ihrem Wachstum hemmt.
Behinderungen hinauszögern
Primärer Endpunkt beider Studien war es, zu zeigen, dass Ofatumumab Teriflunomid überlegen ist in Bezug auf die bestätigten Schübe. Sekundäre Endpunkte waren

  • die Zeit bis zu einer bestätigten Behinderungsprogression nach drei und sechs Monaten
  • bestätigte Behinderungsverbesserung nach sechs Monaten
  • gadolinium-anreichernde T1-Läsionen
  • Verlust an Gehirnvolumen
Sicherheit und die pharmakokinetischen Eigenschaften von Ofatumumab wurden während der Behandlungsperiode geprüft. Sowohl in ASKLEPIOS I als auch II zeigte sich Ofatumumab in Bezug auf die Schubrate Teriflunomid überlegen. Der Zeitraum bis zu einer Behinderungszunahme konnte ebenfalls hinausgezögert werden.
Zulassungsantrag für Ofatumumab noch 2019
Über mögliche Nebenwirkungen äußerte sich Novartis in der aktuellen Pressemitteilung nicht. Der Hersteller sagt darin lediglich, das Sicherheitsprofil sei „in einer Linie“ mit den Ergebnissen aus Phase II. Weitere "Top-Line-Ergebnisse" der ASCLEPIOS-Studien, darunter weitere Ergebnisse zu sekundären Endpunkten, will Novartis auf der ECTRIMS-Tagung in 10 Tagen in Stockholm bekannt geben.
Das Ofatumumab der vorliegenden Studie ist ein komplett humaner Anti-CD-20-monoklonaler Antikörper. Mit der Zulassung von Ofatumumab könnte es etwas schneller gehen als mit einem völlig neuen Wirkstoff, denn Ofatumumab war bereits bei Chronischer Lymphatischer Leukämie zugelassen (zur Infusion und in höheren Einzeldosen).
Quellen: Pressemitteilung von Novartis, 30.08.2019; EMA-Dokument zu Arzerra, 02.10.2017.



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  MRT Kontrastmitel im Wasser ??
Geschrieben von: 1000gesichter - 31.08.2019, 08:06 - Forum: Multiple Sklerose - Keine Antworten

MRT-Kontrastmittel in Cola nachgewiesen
Studie findet Gadolinium in Fast-Food-Getränken aller untersuchten deutschen Städte
[Bild: colag.jpg]
Weil Cola und andere Getränke in Fast-Food-Restaurants mit Leitungswasser angemischt werden, sind sie mit dem Seltenerdmetall Gadolinium verunreinigt – und wahrscheinlich auch weiteren Arzneimittel-Rückständen.

Nicht lecker: In vielen deutschen Städten finden sich Rückstände des Kontrastmittels Gadolinium in der Cola von Fast-Food-Ketten, wie Tests belegen. Das Gadolinium gelangt in die Getränke, weil diese als Sirup mit Leitungswasser zubereitet werden. Die nachgewiesenen Mengen sind zwar nicht gesundheitsschädlich, deuten aber darauf hin, dass vermutlich auch andere Arzneimittel-Rückstände über das Trinkwasser in Getränke und Lebensmittel gelangen, wie die Forscher berichten.
Das Seltenerdmetall Gadolinium wird in der Medizin häufig als Kontrastmittel bei der Magnetresonanz-Tomografie (MRT) eingesetzt. Weil es dabei an eine Trägersubstanz gebunden ist, kann es vom Körper nicht aufgenommen werden, so dachte man bisher. Doch inzwischen haben Studien nachgewiesen, dass zumindest ein Teil des Gadoliniums nach dem Kontrastmitteleinsatz im Gehirn bleibt – mit bislang ungeklärten Folgen. Klar ist dagegen, dass das Gadolinium über Abwässer in größeren Mengen in Flüsse und auch das Trinkwasser gelangt.
Tests in sechs deutschen Städten
Doch das ist noch nicht alles, wie nun Katja Schmidt und ihre Kollegen von der Jacoby University Bremen herausgefunden haben. Für ihre Studie hatten sie untersucht, ob Gadolinium und andere Rückstände über das Trinkwasser auch in Getränke gelangen können. Denn Fast-Food-Ketten wie McDonalds und Burger King bekommen Cola und andere Limonaden als Sirup geliefert, den sie mit Leitungswasser und CO2 zum fertigen Getränk aufbereiten.
Für ihre Tests haben die Forscher Cola- und Trinkwasserproben aus Filialen beider Fast-Food-Ketten in den deutschen Städten Berlin, Düsseldorf, Essen, Karlsruhe, München und Dresden genommen. Diese analysierten sie dann auf den Gehalt von Gadolinium hin und nutzten zusätzlich ein Verfahren, mit dem sie den aus menschlichen Quellen stammenden Anteil dieses Seltenerdmetalls bestimmen konnten.
Gadolinium in der Cola – überall
Das Ergebnis: „Wir haben anthropogenes Gadolinium sowohl im Trinkwasser als auch in den Softdrinks in allen untersuchten Städten gefunden“, berichten Schmidt und ihre Kollegen. Das bestätigt, dass die Kontrastmittel-Rückstände weder bei der Abwasserreinigung noch bei der Trinkwasser-Aufbereitung vollständig aus dem Wasser entfernt werden.

Zudem belegen die Analysen, wie leicht das Gadolinium und andere Rückstände über das Trinkwasser in Getränke gelangen. In der Cola der Fast-Food-Restaurants waren die Gadolinium-Werte ähnlich hoch wie im Leitungswasser. „Obwohl die Restaurants angeben, dass dieses Leitungswasser zuvor zusätzlich gereinigt wird, ist dieser Reinigungsschritt offensichtlich nicht in der Lage, die Kontrastmittelrückstände zu entfernen“, sagt Schmidts Kollege Michael Bau.
Kontamination in Berlin und Düsseldorf am höchsten
Die zusätzlichen Analysen bestätigten, dass dieses Gadolinium nicht natürlichen Ursprungs ist, sondern aus menschengemachten Rückständen stammt: „In Berlin und Düsseldorf, wo das Leitungswasser vorwiegend aus Uferfiltrat stammt, stammen 85 bis 99 Prozent des Gadoliniums aus menschlichen Quellen“, berichten die Forscher. Die Kontrastmittel-Rückstände gelangen dort über das verunreinigte Flusswasser ins Trinkwasser und von dort in die Cola.
Aber auch in den anderen untersuchten Städten stammt ein Teil des Gadoliniums im Trinkwasser aus MRT-Kontrastmitteln: 31 Prozent in Bremen, 34 Prozent in Karlsruhe, 63 Prozent in Dresden und 91 Prozent in München. Der relativ hohe Rückstandsanteil in München war auch für die Forscher unerwartet: „Der überraschend hohe Anteil anthropogenen Gadoliniums im Münchener Leitungswasser enthüllt, dass selbst das flache Grundwasser in den beiden dort genutzten Alpentälern bereits anthropogener Kontamination ausgesetzt ist“, so die Wissenschaftler.
Vermutlich nicht gesundheitsschädlich
Was ist die Folge? Wie die Forscher betonen, sind die jetzt nachgewiesenen Gadolinium-Konzentrationen nach aktuellem Wissensstand nicht gesundheitsgefährdend. Sie deuten jedoch daraufhin, dass neben dem Seltenerdmetall höchstwahrscheinlich auch andere Chemikalien und Arzneimittel-Rückstände ins Trinkwasser und in Getränke gelangen. Schon zuvor hatten Studien beispielsweiseweise Rückstände von Blutdrucksenkern, Antibiotika und Antidepressiva in Gewässern nachgewiesen.

„Dies sind besonders die sogenannten endokrinen Disruptoren, die bei Menschen und Tieren hormonähnliche Wirkungen haben und im Gegensatz zum Kontrastmittel Gadolinium schon in sehr geringen Konzentrationen die Gesundheit beeinflussen“, erklärt Bau. Das Gadolinium sei ein Indikator dafür, dass viele dieser Substanzen inzwischen über das Trinkwasser in unsere Nahrungskette gelangen. (Science of the Total Environment, 2019; doi: 10.1016/j.scitotenv.2019.07.075)
Quelle: Jacobs University Bremen



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  Lässt sich der Verlauf von MS vorhersagen ???
Geschrieben von: 1000gesichter - 29.08.2019, 15:05 - Forum: Aktuelle Studien und Berichte - Keine Antworten

DMSG-Forschungsförderung: Lässt sich der Verlauf von Multipler Sklerose mittels Techniken der künstlichen Intelligenz vorhersagen?
Dienstag 16.07.2019
„Den Verlauf einschätzen und den Therapieerfolg messen: Neue Wege zu Patienten-relevanten Studienendpunkten“: In der Ausschreibung der Forschungsförderung der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V. konnte Dr. rer. nat. Kerstin Ritter, Juniorprofessorin an der Charité - Universitätsmedizin Berlin die unabhängigen internationalen Gutachter mit ihrem aussichtsreichen Forschungsansatz überzeugen. Ihr Projekt „DeepMS: Deep Learning for monitoring disease progression in multiple sclerosis (MS)” erhält in den nächsten 24 Monaten eine Förderung in Höhe von 170.000,00 Euro.
Künstliche Intelligenz ist heutzutage in aller Munde. Computerprogramme werden geschrieben, um vielfältige komplexe Probleme u.a. in der Medizin zu lösen, wie z.B. die Früherkennung von Knochenbrüchen oder die eindeutige Diagnostik von Krebs. Während traditionelle Verfahren der künstlichen Intelligenz noch darauf angewiesen waren, genaue Regeln und algorithmische Abfolgen von Experten übermittelt zu bekommen, lernen neuere Verfahren anhand von Beispielen selbstständig Muster zu erkennen und auf neue Daten anzuwenden (Bild unten). Solche sogenannten maschinellen Lernverfahren werden vermehrt eingesetzt, um große Datenmengen zu prozessieren und versteckte Dateneigenschaften zu finden, die ein einzelner Mensch nicht mehr überblicken kann. Durch den Einsatz von Grafikkarten (GPUs, graphical processing units), ist das Trainieren sehr tiefer Netzwerke (Deep Learning) möglich geworden und hat zu bahnbrechenden Ergebnissen geführt. Beispielsweise ist es gelungen, einem solchen Netzwerk beizubringen, das Brettspiel Go auf Expertenniveau zu spielen und führende Weltmeister zu schlagen. Auch in der medizinischen Forschung gewinnen solche Verfahren immer mehr an Bedeutung – in der Multiple Sklerose (MS) Forschung jedoch noch vergleichsweise selten.
[Bild: csm_Ritter.Deep_Learning_3ba4bf95a6.jpg]


Illustration von Deep Learning für die Vorhersage des Krankheitsverlaufs. Auf Basis der Trainingsdaten wird mittels Deep Learning ein mathematisches Modell gelernt, das dann auf eine neue Person angewendet werden kann, um den individuellen Krankheitsverlauf vorherzusagen. Der Krankheitsverlauf kann z.B. durch Symptomschwere oder Grad der klinischen Beeinträchtigung gemessen werden.

MS ist eine neurologische Erkrankung des zentralen Nervensystems, die zu erheblichen Beeinträchtigungen bei Betroffenen führen kann. Unverzichtbar in der Diagnostik und Verlaufskontrolle sind Gehirnbilder, erzeugt durch einen Magnetresonanztomographen (MRT), die das Ausmaß der Erkrankung über die Anzahl und das Volumen der Herde (auch bekannt als Läsionen) festhalten. Der Verlauf der Erkrankungen ist jedoch individuell sehr unterschiedlich und hängt nur bis zu einem bestimmten Grad von der gesamten Läsionslast ab. Da zu Beginn meistens keine zuverlässige Prognose gemacht werden kann, sind MS-Erkrankte zusätzlich verunsichert.
„Im Rahmen unserer von der DMSG-geförderten Forschung möchten wir hoch-innovative Algorithmen der künstlichen Intelligenz, insbesondere Deep Learning, einsetzen, um für einzelne Patienten vorherzusagen, wie sich die Krankheit entwickeln wird und was für Beeinträchtigungen in Zukunft zu erwarten sind“ so Prof. Dr. rer. nat. Kerstin Ritter. Während bisherige Computerprogramme vor allem versuchen, etablierte Marker (wie z.B. das Volumen bestimmter Hirnstrukturen oder die Läsionslast) aus MRT-Daten zu extrahieren und für eine Charakterisierung des Krankheitsverlaufs zu nutzen, bieten Deep Learning-Verfahren die Möglichkeit komplexe hierarchische Strukturen direkt aus den Daten zu lernen (z.B. arxiv.org/abs/1904.08771). Besonders erfolgreich und effizient im Bereich der Bilderkennung sind sogenannte Convolutional Neural Networks (CNNs), die die räumliche Struktur von Bilddaten ausnutzen. Sie funktionieren umso besser, je mehr Daten zur Verfügung stehen.
Die Forscherin
[Bild: csm_Ritter_d60b794e0e.jpg]


Bild: privat - Dr. rer. nat. Kerstin Ritter ist seit November 2018 Juniorprofessorin für Computational Neuroscience an der Charité - Universitätsmedizin Berlin und leitet dort eine Arbeitsgruppe zu dem Thema Maschinelles Lernen in der klinischen Neurobildgebung. Ihre Expertise liegt im Schnittbereich von Künstlicher Intelligenz (Maschinelles Lernen / Deep Learning), Neurobildgebung und neurologischen wie auch psychischen Erkankungen mit einem Fokus auf Multipler Sklerose.Kerstin Ritter hat Mathematik mit den Nebenfächern Psychologie und Philosophie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und Humboldt-Universität zu Berlin studiert (2002-2008). Nach ihrem Diplom in Mathematik hat sie ein Doktorandenstipendium vom Bernstein-Zentrum für Computational Neuroscience erhalten und in der Arbeitsgruppe von Prof. John-Dylan Haynes über "Decoding multiple sclerosis and related disease parameters using structural brain MRI and multivariate analysis algorithms" promoviert (2012). Seit Oktober 2017 ist sie Rahel-Hirsch-Stipendiatin und P.I. in dem DFG-geförderten Projekt "Deep Learning für eine Neuroimaging-basierte Krankheitsdiagnostik". 2018 hat sie einen NARSAD Young Investigator Grant von der Brain & Behavior Research Foundation (USA) erhalten.

„In unserem Projekt möchten wir zunächst eine große Datenbasis von longitudinalen MS-Daten erzeugen und diese einheitlich vorprozessieren“, erklärt Prof. Ritter, Leiterin der Arbeitsgruppe Maschinelles Lernen in der klinischen Neurobildgebung an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité - Universitätsmedizin Berlin. „Im nächsten Schritt werden wir dann CNN-Modelle anhand der MRT-Bilder trainieren, um individuelle Krankheitsverläufe vorherzusagen, z.B. die Expanded Disability Status Scale (EDSS) oder die Anzahl der Schübe in einem gewissen Zeitraum. Nach dem Training werden wir Visualisierungstechniken verwenden, um zu verstehen, worauf der Algorithmus seine Verlaufsprädiktion stützt. Wir hoffen damit einen wichtigen Beitrag dazu zu leisten, MS in ihrem Verlauf zu charakterisieren“, verdeutlicht die Juniorprofessorin und betont: „Wir bedanken uns ganz herzlich für die Förderung!“
Hintergrund und Ziele der DMSG-Forschungsförderung des DMSG-Bundesverbandes
Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. will, in Zusammenarbeit mit Ärzten, Wissenschaftlern, MS-Erkrankten, Angehörigen und allen Interessierten, die Erforschung der Multiplen Sklerose vorantreiben. 2015 wurde zu diesem Zweck die Richtlinie zur Forschungsförderung weiterentwickelt. Hierbei ist der DMSG die Unterstützung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein besonderes Anliegen. Die Förderung der Einzelprojekte kann für maximal 24 Monate erfolgen. Neben der Einzelprojektförderung bietet der DMSG-Bundesverband weiterhin die bewährte Fehlbedarfsförderung an, mit der Lücken anderweitig geförderter MS-bezogener Projekte geschlossen werden können. Darüber hinaus werden Stipendien vergeben und wissenschaftliche Symposien gefördert zu MS-bezogenen Themen.

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  Hilft Ernährung bei MS??
Geschrieben von: 1000gesichter - 29.08.2019, 14:45 - Forum: Aktuelle Studien und Berichte - Keine Antworten

Hilft Ernährung bei Multipler Sklerose?
28. August 2019
Ob spezielle Diäten helfen, MS-Symptome, vielleicht sogar den gesamten Verlauf der MS zu verbessern, wird immer wieder erforscht. Eine aktuelle amerikanische Pilotstudie zeigt Zusammenhänge zwischen der "Paleo"-Diät und Cholesterin auf und die Charité rekrutiert noch bis Mitte September 2019 Probanden für ihre Ernährungsstudie bei MS.
Wie stark unsere Ernährung eine Multiple Sklerose beeinflusst, steht noch nicht endgültig fest. Eine angepasste Ernährung kann jedoch sicher keine MS heilen und vermutlich auch nur begrenzt beeinflussen. Daher sollte die Ernährung nie die einzige Maßnahme sein, sondern – nach Rücksprache mit dem Arzt – ergänzend zu anderen Maßnahmen erfolgen (Stichworte Immunmodulation, symptomatische Therapie, Reha... siehe MS behandeln). Doch der Mensch ist, was er isst, und dieses Motto gilt natürlich für Gesunde genauso wie für Menschen mit Multipler Sklerose. Zwei aktuelle Studien gehen der Ernährung bei MS genauer nach.
Paleodiät, Cholesterinwerte und Fatigue bei MS
So haben Wissenschaftler aus Iowa und New York sich dem Thema Essen und Fatigue gewidmet. Die Fatigue, also die belastende, überproportionale Ermüdbarkeit könnte mehrere verschiedene Ursachen haben, vielleicht auch in Kombination miteinander:

  • Fatigue könnte das direkte Ergebnis von pathobiologischen Prozessen der MS sein, zum Beispiel von Demyelinisierung und Entzündung.
  • Sie kann außerdem aus psychologischen Gründen auftreten (oder durch diese verschlimmert werden) wie etwa Depression und Stress.
  • Auch ungenügender oder schlechter Schlaf kann die Fatigue beeinflussen.
  • Und, nicht zuletzt, kann die Art der Ernährung eine Fatigue beeinflussen.
Dass eine pflanzenbasierte und fettreduzierte Diät die Fatigue verbessern kann, wurde bereits festgestellt. Die Forscher der aktuellen Studie wollten nun wissen, ob diese Änderungen mit veränderten Fettwerten, vor allem den Cholesterinwerten zusammenhängen.
18 Patienten nahmen an der kleinen Pilotstudie teil und wurden über einen Zeitraum von zwölf Monaten beobachtet. Sie hielt sich strikt an die sogenannte Wahls-Diät, eine Art Paleo-Diät, die Doktor Terry Wahls entwickelt hat.
Allerdings änderten die Teilnehmer auch in anderen Punkten ihren Lebensstil, was es schwierig macht, die gemessenen Veränderungen allein auf die Diät zurückzuführen. So nahmen die Teilnehmer an einem Übungsprogramm teil, das unter anderem Dehnungsübungen, Krafttraining, neuromuskuläre elektrische Stimulation, Meditation sowie stressreduzierende Selbstmassagen umfasste.
Gemessen wurden Veränderungen des Body-Mass-Index, Kalorienaufnahme, Gesamtcholesterinwerte, Triglyceride, High Density Lipoprotein (HDL) und Low-Density-Lipoprotein (LDL). Die Fatigue wurde mit der Fatigue-Severity-Scale gemessen, also einem Fragebogen.
Und tatsächlich fanden die Forscher einen Zusammenhang. Sowohl das Gesamtcholesterin beeinflusste die Fatigue, als auch – ganz besonders – die HDL-Werte. Je höher der HDL-Wert – umgangssprachlich auch "gutes" Cholesterin genannt –, desto weniger Fatigue hatten die Teilnehmer.
Teilnehmer für Ernährungsstudie in Berlin gesucht
Um den Vergleich dreier Ernährungsformen geht es in der NAMS-Studie der Charité. Sie rekrutiert Teilnehmer bis Mitte September 2019 für ihre Ernährungsstudie. Per Zufall kommen die Teilnehmer in einen der drei Studienzweige:
  • adaptierte ketogene Ernährung,
  • entzündungshemmende Ernährung oder
  • intermittierendes Fasten.
Voraussetzungen sind unter anderem ein schubförmiger Verlauf und (auf eigene Kosten) mehrfach innerhalb von 18 Monaten zu Schulungen und Untersuchungen in Berlin sein zu können.

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  Colostrum bei MS ??
Geschrieben von: 1000gesichter - 29.08.2019, 09:54 - Forum: Aktuelle Studien und Berichte - Keine Antworten

Colostrum bei Multiple Sklerose


[Bild: beitrag-medizin.jpg]
3. Juli 2019
Multiple Sklerose ist eine chronische Erkrankung des Nervensystems und wird zu den Autoimmunerkrankungen gezählt. Kann Colostrum bei dieser Autoimmunerkrankung helfen, die Symptomatik zu lindern und gegebenenfalls der Ursache entgegen zu wirken?
Colostrum gegen Multiple Sklerose?
Bei Multiple Sklerose handelt es sich um eine Erkrankung, welche ursächlich mit der Beschädigung der Hüllschicht unserer Nervenbahnen zusammenhängt. In Folge führt diese Beschädigung zu einer Beeinträchtigung unserer Nervenzellen und einem multisymptomatischen Krankheitsbild.
Um der Multiple Sklerose entgegenzuwirken, erscheint es daher sinnvoll, nach einer Möglichkeit zur grundsätzlichen Anregung der Zellregeneration zu suchen.
In verschiedenen Studien konnte nachgewiesen werden, dass Colostrum eben diese Eigenschaften aufweist und somit zu einer Zellreparatur beitragen kann [1] – denn der Naturstoff ermöglicht eine beschleunigte und bessere Zellregeneration. Dieser Effekt ist übrigens nicht nur bei den Zellen im Allgemeinen, sondern spezifisch auch bei unseren Nervenzellen zu beobachten. [2]
Warum kann Colostrum bei Multiple Sklerose eingesetzt werden?
Meiner Meinung nach sollte in erster Linie bovines Colostrum eingesetzt werden, da dieses bis zur 40-fachen Menge an Immunglobulinen im Vergleich zu menschlichem Colostrum enthält. [3]
Die Supplementation mit bovinem Colostrum kann daher die eigene Immunabwehr positiv beeinflussen. Weshalb die Erstmilch bereits zur Behandlung diverser (Autoimmun-) Erkrankungen eingesetzt wird – darunter auch Multiple Sklerose. [4]
In Colostrum befindet sich darüber hinaus ein entscheidendes prolinreiches Polypeptid (PRP), welches das Immunsystem ebenfalls positiv beeinflussen kann und sehr gute Resultate bei Auto-Immunkrankheiten zeigt. [5]
PRP konnte bereits 1983 von einer Forschungsgruppe im Colostrum isoliert werden und entfaltet eine Wirkung auf das Immunsystem, indem es entzündungshemmend wirkt und Vorstufen der T-Zellen und Helfer-T-Zellen bei der Entwicklung unterstützt. [6]
Somit deutet meines Erachtens Vieles darauf hin, dass auch Multiple Sklerose Patienten durch die Einnahme von Colostrum profitieren können.



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  Chronisch Kranke dürfen Lügen??
Geschrieben von: 1000gesichter - 25.08.2019, 10:12 - Forum: Rechtliches und Behördliches, Hilfsmittel - Keine Antworten

4. Juli 2015, 17:37 Uhr
Chronisch krank im Job:Wenn Ehrlichkeit schadet
[Bild: 704x396]


Chronisch krank ist nicht behindert, das hat arbeitsrechtliche Folgen.
(Foto: Oliver Killig/dpa)
Soll man sein Leiden im Bewerbungsgespräch lieber verschweigen? Viele chronisch Kranke stehen irgendwann vor dieser Frage. Im Gegensatz zu Behinderten sind sie arbeitsrechtlich kaum abgesichert.
[*]
Als Judith Sommer im Jahr 2014 plötzlich mit Bauchschmerzen und einem rapiden Gewichtsverlust zu kämpfen hat, gerät ihre Welt aus den Fugen. Die Gymnasiallehrerin aus Baden-Württemberg wird in eine Klink eingewiesen, die Diagnose steht bald fest: Morbus Crohn, eine chronische Darmerkrankung, die in Schüben verläuft. Ihr Arzt will sie krankschreiben, sie geht arbeiten. Noch glaubt Sommer, die in Wirklichkeit einen anderen Namen trägt, an eine Fehldiagnose, will nicht ausfallen.
Doch es wird schlimmer. Essen kann sie kaum noch bei sich behalten, die starken Medikamente machen ihr zu schaffen. Im Dezember zieht sie ihren Direktor ins Vertrauen: "Wenn ich während des Unterrichts die Klasse verlassen musste, um die Toilette aufzusuchen, habe ich meine Aufsichtspflicht vernachlässigt. Ich musste es öffentlich machen", sagt sie.
Ehrlich sein oder lieber schweigen?
Damit sie weiter arbeiten kann, isst Sommer nur noch zwischen 14 und 16 Uhr. Nur so gibt ihr Darm am nächsten Tag Ruhe. Es geht ihr schlecht. Doch sie fehlt im ganzen Jahr nur zwölf Tage - auch nicht mehr als andere Kollegen wegen einer Grippe. Die Quittung für ihren Einsatz erhält sie mit ihrer dienstlichen Beurteilung im Januar 2015. Ihr Vorgesetzter bescheinigt der engagierten Lehrerin, die bisher nur mit Bestnoten geglänzt hat "mangelnde Belastbarkeit" - für Sommer ein Schlag ins Gesicht.
Die Erfahrung, im Beruf zurückgesetzt zu werden, ist für chronisch kranke Menschen keine Seltenheit. In einer Studie des Robert-Koch-Instituts gaben 43 Prozent der Frauen und 38 Prozent der Männer im Jahr 2012 an, von mindestens einer chronischen Krankheit betroffen zu sein. Häufig sind es Diabetes, Krebs, Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen, die ihnen zu schaffen machen - nicht nur privat. Im Job sind sie meist mit dem Vorurteil konfrontiert, nicht belastbar zu sein und ständig zu fehlen. Chronisch Kranke stehen damit vor der schwierigen Entscheidung: ehrlich sein oder lieber schweigen?
Chronisch kranke Bewerber dürfen lügen
"Grundsätzlich sind chronisch Kranke nicht verpflichtet, dem Arbeitgeber ihre Krankheit mitzuteilen", sagt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin. "Eine allgemein gehaltene Frage nach chronischen Erkrankungen im Vorstellungsgespräch ist unzulässig, Bewerber dürfen hier lügen." Der Arbeitgeber könne das Beschäftigungsverhältnis deshalb auch nicht fristlos kündigen oder anfechten. Ein Fragerecht steht ihm nämlich nur dann zu, wenn er ein berechtigtes Interesse an der Beantwortung der Frage hat. Bredereck: "Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn eine Krankheit vorliegt, die so schwerwiegend ist, dass der Arbeitnehmer seine vertraglich geschuldete Arbeitsleistung gar nicht erbringen kann oder wenn etwa wegen einer Ansteckungsgefahr ein Gesundheitsrisiko für Kollegen oder Dritte besteht."
Carola Engler ist Vorstandsmitglied der Deutschen Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung und berät Betroffene in sozial- und arbeitsrechtlichen Fragen. Sie sagt: "Ich rate eher dazu, ehrlich zu sein, auch wenn keine juristische Verpflichtung besteht." Letztlich komme es aber immer auf den Einzelfall an. Dabei spiele vor allem die mögliche Reaktion des Arbeitgebers, aber auch die eigene Persönlichkeit eine Rolle.



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  Tesla 7 MRT zeigt aggressive Läsionen
Geschrieben von: 1000gesichter - 20.08.2019, 09:45 - Forum: Aktuelle Studien und Berichte - Keine Antworten

Multiple Sklerose: Randsaum im 7-Tesla-MRT zeigt aggressive Läsionen an
Mittwoch, 14. August 2019
[Bild: eyJidWNrZXQiOiJjZG4uYWVyenRlYmxhdHQuZGUi...o1NjB9fX0=]
Philipp Brandstädter - picture-alliance
Bethesda – Hirnläsionen mit einem Randsaum, die zuerst in 7-Tesla-Magnetresonanz­tomografen (MRT) entdeckt wurden, inzwischen aber auch mit 3-Tesla-MRT darstellbar sind, zeigen einen besonders aggressiven Verlauf der Multiplen Sklerose (MS) an, wie eine aktuelle Kohortenstudie in JAMA Neurology (2019; doi: 10.1001/jamaneurol.2019.2399) zeigt.
Als vor Jahren die ersten 7-Tesla MRT eingeführt wurden, entdeckten Forscher auf den Aufnahmen von MS-Patienten eine neuartige Art von Hirnläsionen, die durch einen feinen Randsaum („rim“) auffielen. Es bestand sogleich der Verdacht, dass es sich um chronisch aktive Läsionen mit einer „schwelenden“ Entzündung handelt, die einen ungünstigen Verlauf der Erkrankung anzeigen.

Ein Team um Daniel Reich vom National Institute for Neurological Disorders and Stroke in Bethesda kann den Verdacht jetzt durch drei Studien stützen. In der ersten Studie wurden die MRT-Bilder von 192 Patienten mit den klinischen Befunden verglichen. Es zeigte sich ein klarer Zusammenhang: Patienten, die vier oder mehr Läsionen mit einem „rim“ aufwiesen, litten 1,6-mal häufiger unter einer progressiven MS als Patienten ohne umrandete Läsionen. Bei den jüngeren Patienten (unter 50 Jahre) war das Risiko sogar 3,2-fach höher.
Die Patienten mit mehreren umrandeten Läsionen entwickelten in einem früheren Alter motorische und kognitive Behinderungen als die Patienten, die keine umrandeten Läsionen aufwiesen. Bei den Patienten war außerdem der Anteil der weißen Hirnsubstanz vermindert und die Basalganglien waren kleiner als bei Patienten ohne Randläsionen.
In einer zweiten Studie konnten die Forscher die zeitliche Entwicklung der Erkrankung auf älteren MRT-Bildern nachzeichnen, die bei den Patienten über zehn Jahre oder länger jährlich durchgeführt worden waren: Während die Läsionen, bei denen mit den neuen Scannern keine Randsäume nachweisbar waren, im Verlauf der Erkrankung kleiner geworden sind, haben sich die meisten umrandeten Läsionen vergrößert.
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aerzteblatt.de Den dritten Beleg für die Hypothese, dass die „rims“ eine chronisch „schwelende“ Entzün­dung anzeigen, fanden die Forscher bei der Autopsie eines Patienten, der inzwischen an der MS gestorben ist. Die Pathologen untersuchten zehn umrandete Läsionen, die sich in den letzten Jahren vergrößert hatten. Alle wiesen einen Kern auf, in dem die Neurone die Myelinscheiden verloren hatten und in denen die Axone abgestorben waren. Histologisch waren mit Eisen beladene Phagozyten und eine subtile Öffnung der Blut-Hirn-Schranke erkennbar. Dies zeigt eine schwere Schädigung der betroffnen Hirnregion an mit fehlender Aussicht auf eine Reparatur der Myelinscheiden, die in anderen Läsionen gelingen kann.
Ein Kennzeichen der umrandeten Läsionen ist, dass sie offenbar nicht auf die derzeit verfügbaren Medikamente ansprechen. Dass sie jetzt im MRT nachweisbar sind, könnte eine wichtige Hilfe auf der Suche nach neuen und besseren Medikamenten sein, hoffen die Forscher. © rme/aerzteblatt.de



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  Haben die Hormone einfluss auf die MS??
Geschrieben von: 1000gesichter - 19.08.2019, 14:10 - Forum: Aktuelle Studien und Berichte - Keine Antworten

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  • Zusammenfassungen
  • 12.08.19
  • Multiple Sklerose
Schützt die Pille vor Behinderungen durch MS?
Original Titel:
Serum Lipoprotein Profile Is Associated With Protective Effects of Oral Contraceptive Use on Multiple Sclerosis Severity: A Cross-Sectional Study
DGPMöglicherweise haben die Geschlechtshormone Einfluss auf den Verlauf von MS. Portugiesische Wissenschaftler haben untersucht, ob die Einnahme der Pille dabei eine Rolle spielen könnte.

Welchen Einfluss Geschlechtshormone auf Multiple Sklerose haben, ist bisher unklar. Wissenschaftler vermuten, dass die Hormone jedoch einen Einfluss auf die Erkrankung haben, da sie mit dem Fettstoffwechsel interagieren und so die Zusammensetzung der Blutfette beeinflussen können. Die Zusammensetzung der Blutfette wiederum wurde in der Forschung mit der Schwere der MS-Erkrankung in Zusammenhang gebracht.
Beide Geschlechter produzieren bestimmte Menge der Sexualhormone
Am bekanntesten sind die Hormone Östrogen und Testosteron. Daneben gibt es aber noch eine ganze Reihe weiterer Geschlechtshormone, die ebenfalls verschiedene Funktionen im Körper steuern. Östrogen gilt als weibliches Geschlechtshormon, Testosteron als das, was den Mann zum Mann macht. Tatsächlich produzieren jedoch beide Geschlechter sowohl „weibliche“ als auch „männliche“ Geschlechtshormone – jedoch in verschiedenen Konzentrationen. So überwiegt bei Männern Testosteron und bei Frauen Östrogen.
Zusammenhang zwischen Blutfetten, Pille und MS?
Portugiesische Forscher wollten die Theorie prüfen, dass der mögliche Zusammenhang zwischen Blutfettwerten und Multipler Sklerose durch die Geschlechtshormone gesteuert werden könnte. Daher haben sie sich angeschaut, ob die Einnahme oraler Verhütungsmittel (Anti-Baby-Pille, Minipille) Veränderungen im Profil der Blutfettwerte hervorruft und, ob dies mit der Behinderung von Frauen mit MS in Verbindung gebracht werden kann.
Vergleich zwischen Frauen, die orale Verhütung einnahmen und solchen ohne
Sie sammelten dazu Daten von 133 Frauen mit schubförmiger MS, aus dem Zeitraum als diese noch nicht mit MS-Medikamenten behandelt wurden. Die Frauen waren im Mittel seit 6,5 Jahren an MS erkrankt. Die Wissenschaftler verglichen die Daten von Frauen, die seit ihrer MS-Erkrankung orale Verhütungsmittel verwendeten, mit den Daten von Frauen, die noch nie so verhütet hatten oder vor ihrer Diagnose damit aufgehört hatten.
Verschiedene Faktoren erfasst und ausgewertet
Sie schauten sich an, welche Genvariante die Frauen für einen speziellen Baustein des Fettstoffwechsels hatten. Für Apolipoprotein E gibt es bei Menschen verschiedene Baupläne, die im Erbgut stehen können. Bestimmte Varianten werden mit einem höheren Risiko für manche Erkrankungen in Verbindung gebracht. Außerdem erfassten die Wissenschaftler die Blutfettwerte der Teilnehmerinnen, die jährliche Schubrate, den Behinderungsgrad (EDS-Wert) und die Schwere der Erkrankung (MSS-Wert). Diese Daten werteten die Wissenschaftler dann statistisch aus.
Blutfettwerte standen statistisch mit Behinderung und Schweregrad in Verbindung
Die Blutfettwerte für LDL standen in der statistischen Auswertung im Zusammenhang mit einem höheren Behinderungsgrad (EDS-Wert) und einer größeren Schwere der Erkrankung (MSS-Wert) bei allen Teilnehmerinnen. Bei Teilnehmerinnen, die die Genvariante E3/E3 für Apolipoprotein E trugen, waren Behinderungsgrad und Schwere der Erkrankung geringer bei Frauen, die die Pille nahmen im Vergleich zu Frauen, die das nicht taten. LDL und Cholersterol standen bei ihnen in der statistischen Auswertung im Zusammenhang mit dem Behinderungsgrad. LDL und Triglyceride bzw. HDL standen bei dieser Gruppe von Teilnehmerinnen im Zusammenhang mit der Schwere der Erkrankung bei Patientinnen, die orale Verhütungsmittel nutzten. Bei den Teilnehmerinnen, die nicht oder nicht mehr mit der Pille verhüteten, standen die Apolipoprotein-E-Werte im Zusammenhang mit dem Behinderungsgrad und der Schwere der Erkrankung. Keinen statistisch nachweisbaren Zusammenhang sahen die Wissenschaftler zwischen den Blutfettwerten, dem Gebrauch von oralen Verhütungsmitteln und der jährlichen Schubrate.
Wissenschaftler sehen mögliche Schutzwirkung durch Pille
Die Wissenschaftler fassen ihre Ergebnisse damit zusammen, dass das Profil der Blutfettwerte im Zusammenhang mit schützenden Effekten des Gebrauchs von oralen Verhütungsmitteln bei Frauen mit schubförmiger MS steht. Möglicherweise könnte dies den Behinderungsgrad der Patientinnen beeinflussen. Der Fettstoffwechsel könnte möglicherweise eine Rolle spielen bei der modulierenden Wirkung der Geschlechtshormone auf die Schwere der Erkrankung.
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