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  DMSG-Forschungsförderung: Beeinflussbare Risikofaktoren der Multiplen Sklerose
Geschrieben von: 1000gesichter - 09.07.2020, 15:16 - Forum: Multiple Sklerose - Keine Antworten

DMSG-Forschungsförderung: Beeinflussbare Risikofaktoren der Multiplen Sklerose
Donnerstag 09.07.2020
„Kalorien und Multiple Sklerose: Wie Nahrungsenergie die Funktion entzündungsfördernder Immunzellen reguliert“, lautet der Titel des Projektes, mit dem die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V. im Rahmen ihrer Forschungsförderung für Einzelprojekte im Jahr 2019 die Arbeit von Dr. med. Stefan Jordan, Charité Universitätsmedizin Berlin, Charité Centrum für diagnostische und präventive Labormedizin, Institut für Mikrobiologie und Infektionsimmunologie über 24 Monate mit einer Summe in Höhe von 185.900,00 Euro unterstützt. Kann sich eine reduzierte Kalorienzufuhr positiv auf den Krankheitsverlauf von MS auswirken? ist nur eine der Fragen, denen dieses Forschungsprojekt nachgeht.
Ernährung ist ein wichtiger Faktor im klinischen Verlauf von MS. Daher liegt es nahe, bestimmte Ernährungsweisen gezielt zur unterstützenden Behandlung einzusetzen. Insbesondere Diäten, welche – zumindest zeitweise – die Zufuhr von Kalorien verringern, führen häufig zu einer Verbesserung der Symptome bei chronisch entzündlichen Erkrankungen wie MS. Dementsprechend werden Ernährungsmuster wie Intervallfasten derzeit verstärkt in klinischen Studien untersucht.
Aber welche Mechanismen stecken dahinter, dass sich eine reduzierte Kalorienzufuhr positiv auf den Krankheitsverlauf von MS auswirken kann?
[Bild: Jordan.Vorschau.JPG]


Projektleiter: Dr. med. Stefan Jordan, Charité Universitäts-medizin Berlin Bild: Charité Universitätsmedizin Berlin

In den vergangenen sechs Jahren hat Dr. Jordan in New York erforscht, wie sich die Ernährung auf das Immunsystem auswirkt. Dabei hat er die Entdeckung gemacht, dass der Energiegehalt der Nahrung die Aktivität bestimmter Zellen des Immunsystems, der sogenannten Monozyten, reguliert. Monozyten spielen eine bedeutende Rolle für das Entzündungsgeschehen, daher untersuchte er den Effekt von Intervallfasten auf den Krankheitsverlauf von MS in einem Tiermodell. Tatsächlich führte Intervallfasten zu einer deutlichen Verbesserung der klinischen Symptome. „Am meisten faszinierte mich daran aber die Tatsache, dass die entzündungsfördernde Aktivität von Monozyten in fastenden Tieren vollständig ausgeschaltet war“, so Dr. med. Jordan.
Im Herbst 2019 wechselte Dr. Jordan an die Charité in Berlin, um dort eine Arbeitsgruppe zur Erforschung des Zusammenhangs zwischen Ernährung und chronisch entzündlichen Erkrankungen aufzubauen. Über die Forschungsförderung der DMSG freut er sich sehr: „Damit wird es möglich sein, die Forschung zu den molekularen Vorgängen, wie Intervallfasten die entzündungsfördernde Aktivität von Monozyten blockiert, in Berlin mit einem Schwerpunkt auf MS weiter voranzutreiben.“ Auf Grundlage seiner bisherigen Forschungsergebnisse wurden Moleküle identifiziert, welche in den Monozyten vorhandene Energie messen und für die Hemmung der entzündungsfördernden Aktivität während des Intervallfastens in Frage kommen. Mit molekularbiologischen Methoden werden diese Moleküle nun gezielt aus den Monozyten entfernt, um anschließend die Auswirkungen auf die Zellaktivität, das Entzündungsgeschehen und schließlich auf den Krankheitsverlauf der MS im Tiermodell zu analysieren.
Warum lohnt es sich, die Rolle dieser zellulären Energiedetektoren im Detail zu untersuchen?
„Zum einen wird uns das erworbene Wissen mittelfristig dabei helfen, Diäten und Fastenprogramme optimal auf die molekularen Mechanismen hin auszurichten, um so den größtmöglichen Nutzen für die Behandlung von MS zu erhalten. Zum anderen stellt Fasten ohne Zweifel auch eine physische und psychische Belastung dar. Wenn wir genau verstehen, über welche molekularen Prozesse die heilende Wirkung des Fastens vermittelt wird, so könnte dies langfristig zur Entwicklung innovativer Medikamente beitragen, welche vielleicht nicht die unerwünschten Nebenwirkungen derzeit eingesetzter Entzündungshemmer mit sich bringen“, sagt Dr. Jordan.
Zwei neue Einzelprojekte für die Forschungsförderung des DMSG-Bundesverbandes ausgewählt
Die Multiple Sklerose (MS) ist eine der häufigsten Erkrankung des Nervensystems bei jungen Erwachsenen. In Deutschland schätzt man die Zahl der MS-Erkrankten auf mehr als 250.000. Obwohl in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte in der Behandlung der MS erzielt werden konnten, ist MS nicht heilbar und führt häufig zu bleibenden Einschränkungen. Zudem gehen die verfügbaren Therapien auch mit relevanten Nebenwirkungen und Risiken einher. Daher ist Forschung, die sich auf das Verständnis der Krankheitsauslöser und der Faktoren, die die Krankheit beeinflussen, wenn sie entstanden ist, von größter Wichtigkeit. Der DMSG-Bundesverband hat daher die „beeinflussbaren Risikofaktoren“, sogenannte Umweltfaktoren, zum Thema seiner nationalen Forschungsförderung im Jahr 2019 gemacht und unterstützt zu diesem Thema nun zwei von elf Bewerbern nach einer internationalen Begutachtung. Ein Forschungsprojekt zur Krankheitsentstehung und eines zur Beeinflussung des Verlaufs. Das Projekt zur Krankheitsentstehung von PD Dr. med. Lisa Ann Gerdes, Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) haben wir ebenfalls auf www.dmsg.de vorgestellt.
Mehr lesen Sie hier: „MS Zwillingsstudie: Wie Darmspiegelungen helfen können, den Auslösern der Multiplen Sklerose auf die Spur zu kommen“
Der DMSG-Bundesverband wünscht den beiden Projektleitern und ihren Teams viel Erfolg bei der Projektdurchführung und wird spätestens nach Abschluss der Projekte wieder in der aktiv!, der Verbandszeitschrift der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. berichten. Gleichzeitig danken wir PD Dr. Gerdes und Dr. Jordan für die inhaltlichen Beiträge zu diesem Artikel.
Hintergrund und Ziele der DMSG-Forschungsförderung des DMSG-Bundesverbandes
Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. will, in Zusammenarbeit mit Ärzten, Wissenschaftlern, MS-Erkrankten, Angehörigen und allen Interessierten, die Erforschung der Multiplen Sklerose vorantreiben. Zu diesem Zweck wurde die Richtlinie zur Forschungsförderung weiterentwickelt. Hierbei ist der DMSG die Unterstützung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein besonderes Anliegen. Die Förderung der Einzelprojekte kann für maximal 24 Monate erfolgen. Neben der Einzelprojektförderung bietet der DMSG-Bundesverband weiterhin die bewährte Fehlbedarfsförderung an, mit der Lücken anderweitig geförderter MS-bezogener Projekte geschlossen werden können. Darüber hinaus werden Stipendien vergeben und wissenschaftliche Symposien gefördert zu MS-bezogenen Themen.
Die DMSG-Forschungsförderung für Einzelprojekte wurde 2019 u.a. unterstützt von:
Celgene GmbH, Merck Serono GmbH, Novartis Pharma GmbH, Roche Pharma AG, Sanofi Aventis GmbH
Quelle: DMSG-Bundesverband e.V. - 09.07.2020

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  DMSG-Forschungsförderung: Den Auslösern der Multiplen Sklerose (MS) auf der Spur
Geschrieben von: 1000gesichter - 09.07.2020, 11:15 - Forum: Multiple Sklerose - Keine Antworten

DMSG-Forschungsförderung: Den Auslösern der Multiplen Sklerose (MS) auf der Spur
Mittwoch 08.07.2020
Beeinflussbare Risikofaktoren der MS: Zum Thema der Ausschreibung der Forschungsförderung der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V. für Einzelprojekte im Jahr 2019 hat PD Dr. med. Lisa Ann Gerdes, Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), LMU Klinikum, Institut für Klinische Neuroimmunologie die unabhängigen Gutachter mit ihrem aussichtsreichen Forschungsansatz überzeugt. Ihr Projekt „MS Zwillingsstudie: Wie Darmspiegelungen helfen können, den Auslösern der Multiplen Sklerose auf die Spur zu kommen“ erhält in den nächsten 24 Monaten eine Förderung in Höhe von 140.000,00 Euro.
Das Risiko für die Krankheitsentstehung wird bei Multipler Sklerose einerseits in einer genetischen Veranlagung gesehen, eine wichtigere Rolle scheinen aber Einflüsse von Umweltfaktoren zu spielen. In den letzten Jahren konnten viele Komponenten mit einem relevanten aber nicht entscheidenden Effekt identifiziert werden, wie z.B. Rauchen, Vitamin-D-Mangel oder eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus. Soweit möglich wird versucht, diese Faktoren positiv zu beeinflussen. Wichtiger ist jedoch die Erforschung neuer Umweltfaktoren, die am Anfang der Krankheitsentstehung die fehlerhaften Weichen stellen und die Immunzellen in die Irre führen. Die Kenntnis dieser frühen Mechanismen würde die Möglichkeit bieten, die Ursache der Erkrankung besser zu verstehen und im besten Fall ihre Entstehung der Erkrankung verhindern.
Ein wichtiger Ansatzpunkt, an dem es zu einer fälschlichen Aktivierung der Immunzellen kommen kann, ist die Interaktion des lokalen Darm-assoziierten Immunsystems mit den Darmbakterien.
Der menschliche Verdauungstrakt hat in seiner gesamten Länge und Oberfläche in verschiedenen Abschnitten unterschiedliche und teils komplexe Aufgaben zu bewältigen. Das geht weit über die Zerkleinerung und Aufnahme von Nährstoffen hinaus. Intensiv wurden in den letzten Jahren die Zusammensetzung und Funktionen der Darmbakterien untersucht und mögliche Auswirkungen auf Gesundheit und Krankheit des menschlichen Organismus. Wie man heute weiß, gibt es insbesondere im Dünndarm eine speziell an den Darm angepasste Spezialabteilung des Immunsystem, welche z.B. über die Nahrung aufgenommene schädliche Eindringlinge abwehren soll, anderseits aber auch nützliche Darmbakterien tolerieren muss. An dieser empfindlichen Schnittstelle können möglicherweise fehlerhafte Kontakte von Bakterien mit Immunzellen auftreten. Dadurch entstehen Veränderungen in wichtigen Immunzellen, die sich dann über das Lymphsystem und Blut in den Körper verteilen und den Weg in das zentrale Nervensystem finden können.
[Bild: Dr.__Lisa_Ann_Gerdes.jpg]


Projektleiterin: PD Dr. med. Lisa Ann Gerdes, Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), LMU Klinikum, Institut für Klinische Neuroimmunologie. Bild: privat

Um hier Licht ins Dunkel zu bringen, haben PD Dr. Lisa Ann Gerdes und Kollegen in einem ersten Ansatz die Darmbakterien in Stuhlproben von eineiigen Zwillingspaaren untersucht, bei denen ein Zwilling an Multipler Sklerose erkrankt und der andere gesund war. Diese Zwillingskonstellation bietet den Vorteil, dass eineiige Zwillinge das exakt identische Erbgut haben und auch viele von den oben genannten Umweltfaktoren teilen, so dass ein möglichst MS-relevanter Unterschied in den Ergebnissen zu erwarten ist. Frühere Untersuchungen konnten bereits erste Hinweise auf Unterschiede in der Zusammensetzung der Darmbakterien feststellen und auch im Tiermodell der MS nachweisen, dass es Faktoren in der Darmflora von MS-Erkrankten gibt, die über die Schnittstelle Darm-Immunsystem-Gehirn die Entstehung der Multiplen Sklerose begünstigen.
In dem neu geförderten Projekt möchte sich PD Dr. Gerdes nun an die Stelle vorwagen, an der ein sehr intensiver Austausch von Bakterien und Immunsystem zu erwarten ist, nämlich dem Dünndarm. Dies ist aber nur über den „Umweg“ einer Darmspiegelung möglich. Die Darmspiegelung erfolgt in Zusammenarbeit mit PD Dr. med. Florian Beigel von der Medizinischen Klinik II des LMU Klinikums. Zusätzlich zu den Studienuntersuchungen erfolgt zeitgleich eine Darmkrebsvorsorge. Die Analysen des Mikrobiomes erfolgen in enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med. Reinhard Hohlfeld, Ehrenmitglied im Ärztlichen Beirat des DMSG-Bundesverbandes, Prof. Dr. med. Hartmut Wekerle, Mitglied im Ärztlichen Beirat des DMSG-Bundesverbandes, Dr. med. Hongsup Yoon und Dr. med. Anneli Peters. Zudem besteht eine Kollaboration mit dem internationalen Konsortium iMSMS (International Microbiome Study in MS). Für die Durchführung der Darmspiegelung haben sich bereits dankenswerterweise zahlreiche Teilnehmer/-innen der MS-Zwillingsstudie, die aktuell 83 Zwillingspaare zählt, bereit erklärt. „Unsere Planungen laufen auf Hochtouren und dank der großzügigen Forschungsförderung durch die DMSG können wir jetzt im Rahmen der MS-Zwillingsstudie dieses Projekt verwirklichen“, freut sich PD Dr. Gerdes.
Zwillinge gesucht!
Die MS TWIN STUDY ist seit 2012 am Institut für Klinische Neuroimmunologie des Klinikums der Universität München angesiedelt. Mit derzeit bereits 83 teilnehmenden eineiigen Zwillingspaaren ist sie weltweit einzigartig. Von den teilnehmenden Zwillingspaaren ist jeweils ein Zwilling an Multipler Sklerose erkrankt, während der andere gesund ist. Die epigenetischen Ergebnisse sind – als Teilprojekt der MS Zwillingsstudie – im Rahmen einer Kollaboration mit der Abteilung für Genetik und Epigenetik der Universität des Saarlands (Saarbrücken) entstanden. 
Die MS TWIN STUDY wird finanziell von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung unterstützt.
Ansprechpartner: Dr. med. Lisa Ann Gerdes Institut für Klinische Neuroimmunologie Klinikum der Universität München Campus Grosshadern
Tel. 089-4400-74784/-74781 E-mail: lgerdes@med.lmu.de 
Zwei neue Einzelprojekte für die Forschungsförderung des DMSG-Bundesverbandes ausgewählt
Die Multiple Sklerose (MS) ist eine der häufigsten Erkrankung des Nervensystems bei jungen Erwachsenen. In Deutschland schätzt man die Zahl der MS-Erkrankten auf mehr als 250.000. Obwohl in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte in der Behandlung der MS erzielt werden konnten, ist MS nicht heilbar und führt häufig zu bleibenden Einschränkungen. Zudem gehen die verfügbaren Therapien auch mit relevanten Nebenwirkungen und Risiken einher. Daher ist Forschung, die sich auf das Verständnis der Krankheitsauslöser und der Faktoren, die die Krankheit beeinflussen, wenn sie entstanden ist, von größter Wichtigkeit. Der DMSG-Bundesverband hat daher die „beeinflussbaren Risikofaktoren“, sogenannte Umweltfaktoren, zum Thema seiner nationalen Forschungsförderung im Jahr 2019 gemacht und unterstützt zu diesem Thema nun zwei von elf Bewerbern nach einer internationalen Begutachtung. Ein Forschungsprojekt zur Krankheitsentstehung und eines zur Beeinflussung des Verlaufs. Das zweite Projekt werden wir in Kürze ebenfalls auf www.dmsg.de vorstellen.
Hintergrund und Ziele der DMSG-Forschungsförderung des DMSG-Bundesverbandes
Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. will, in Zusammenarbeit mit Ärzten, Wissenschaftlern, MS-Erkrankten, Angehörigen und allen Interessierten, die Erforschung der Multiplen Sklerose vorantreiben. Zu diesem Zweck wurde die Richtlinie zur Forschungsförderung weiterentwickelt. Hierbei ist der DMSG die Unterstützung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein besonderes Anliegen. Die Förderung der Einzelprojekte kann für maximal 24 Monate erfolgen. Neben der Einzelprojektförderung bietet der DMSG-Bundesverband weiterhin die bewährte Fehlbedarfsförderung an, mit der Lücken anderweitig geförderter MS-bezogener Projekte geschlossen werden können. Darüber hinaus werden Stipendien vergeben und wissenschaftliche Symposien gefördert zu MS-bezogenen Themen.

Die DMSG-Forschungsförderung für Einzelprojekte wurde 2019 u.a. unterstützt von:
Celgene GmbH, Merck Serono GmbH, Novartis Pharma GmbH, Roche Pharma AG, Sanofi Aventis GmbH
Quelle: DMSG-Bundesverband e.V. - 08.07.2020



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  Studien kaum Evidenz zu Ernährungs­interventionen bei MS
Geschrieben von: 1000gesichter - 04.07.2020, 06:48 - Forum: Aktuelle Studien und Berichte - Keine Antworten

Trotz vieler Studien kaum Evidenz zu Ernährungs­interventionen bei MS
Donnerstag, 25. Juni 2020
[/url]




[url=https://cdn.aerzteblatt.de/bilder/2020/06/img243535688.jpg][Bild: eyJidWNrZXQiOiJjZG4uYWVyenRlYmxhdHQuZGUi...o1NjB9fX0=]
/Zerbor, stock.adobe.com
Mailand – Es gibt viele kontrollierte Studien, die sich mit den Auswirkungen diätetischer Interventionen bei Multipler Sklerose (MS) befassen.
Laut Wissenschaftlern der Cochrane Gruppe „Multiple Sclerosis and Rare Diseases of the CNS“ gibt es trotzdem derzeit keine ausreichenden Daten, um festzustellen, ob Supple­mentationen mit Antioxidantien oder andere diätetische Interventionen Einfluss auf die MS-bezogenen Ergebnisse haben.
Die Arbeit ist als Cochrane Review erschienen (DOI: 10.1002/14651858.CD004192.pub4).
Bei der Literaturrecherche fanden die Autoren des Reviews 30 Studien, in denen verschiedene Ernährungsinterventionen untersucht wurde. 11 Studien untersuchten mehrfach ungesättigte Fettsäuren (PUFAs), 10 untersuchten eine Vielzahl von antioxi­dativen Nahrungsergänzungsmitteln, 3 untersuchten Ernährungsprogramme und 6 Studien untersuchten andere Nahrungsergänzungsmittel, zum Beispiel Acetyl-L-Carnitin, Biotin, Kreatin, Palmitoylethanolamid, Probiotika und Riboflavin.
Die Gabe von Vitamin D bei MS untersuchten die Autoren nicht, weil dies Gegenstand eines separaten Cochrane-Reviews ist.



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  Schmerzen bei MS
Geschrieben von: 1000gesichter - 03.07.2020, 09:42 - Forum: Aktuelle Studien und Berichte - Keine Antworten

Jeder vierte MS-Erkrankte leidet an Schmerzen
Donnerstag 25.06.2020
Eine aktuelle Auswertung aus dem MS-Register der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. untersucht die Verbreitung und die Behandlung des Schmerzes als Symptom der MS. Schmerz ist nach Fatigue, eingeschränktem Gehvermögen, Spastiken und Blasenfunktionsstörungen das fünfthäufigste Symptom bei MS-Erkrankten, vor Ataxie/Tremor, kognitiven Störungen und Depression und den übrigen Symptomen.
 
Mit den jeweils aktuellsten Daten von 20.104 Patienten aus den letzten zwei Jahren wurde nun dargestellt, dass mit zunehmender Krankheitsdauer die Wahrscheinlichkeit, unter Schmerzen als Symptom der MS zu leiden, zunimmt.
[Bild: csm_GdQ_Schmerz_Abb1_cd3094799d.jpg]


Bild: msfp

Während im ersten Jahr der Erkrankung 15,9 Prozent der an MS Erkrankten davon betroffen sind, steigt diese Häufigkeit im vierten Jahrzehnt der Erkrankung auf 36,6 Prozent an. Ein ähnliches Bild zeigt sich, wenn man die Häufigkeit einer Schmerztherapie betrachtet und eine Unterscheidung in medikamentöse und rein nicht-medikamentöse Möglichkeiten zugrunde legt.
Innerhalb der von Schmerz Betroffenen ist ein Anstieg der Behandlungshäufigkeit von 65 Prozent auf 88 Prozent festzustellen, wobei dieser in erster Linie durch einen Anstieg der medikamentösen Therapie von 54 Prozent auf 77 Prozent begründet wird. Die rein nicht-medikamentöse Schmerztherapie hat mit ca. 10 Prozent einen weitestgehend geringen und über die Zeit konstanten Anteil.
Insgesamt sind Frauen (28,5 Prozent) etwas häufiger von Einschränkungen durch Schmerzen betroffen als Männer (24,3 Prozent). Wenn man eine Unterscheidung nach Verlaufsformen erstellt, zeigen sich ansteigende Häufigkeiten, welche in Bezug zur Krankheitsdauer konsistent sind (1).
 
 
[Bild: csm_GdQ_Schmerz_Abb2_9dac25e125.jpg]


Bild: msfp

Ein Vergleich von Patienten nach Krankheitsprogression, gemessen am EDSS, zeigt einen starken Zusammenhang, welcher über den Anstieg nach Krankheitsdauer hinausgeht. Während Patienten mit einem EDSS kleiner als 2,0 in lediglich 11 Prozent der Fälle unter Schmerzen leiden, sind es bei den Patienten mit einem EDSS ≥6,0 mit 44 Prozent viermal so viele.
Mehr Informationen zum Thema Schmerzen bei MS finden Sie in der Broschüre "Schmerzen bei Multipler Sklerose", die der DMSG-Bundesverband in Zusammenarbeit mit der AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg, erstellt hat. Die Broschüre erhalten Sie kostenlos im Online-Shop auf www.dmsg.de/shop
(1) SPMS Patienten haben bspw. in der Regel bereits eine lange Erkrankungsdauer von >10 Jahren
Über das MS-Register
Schätzungen zufolge leben in Deutschland mehr als 250.000 MS-Erkrankte. Verlässliche Daten zur Prävalenz (Häufigkeit) der Erkrankung lagen lange Zeit nicht vor. Auch Fragen zur Versorgung, wie zum Beispiel die Anwendung verschiedener Therapieformen bei MS-Patienten waren nur ansatzweise bekannt.
Um standardisierte Daten über die Versorgungssituation innerhalb Deutschlands und den Einfluss der Erkrankung auf die Berufs- und Arbeitswelt zu erhalten, initiierte die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. im Jahre 2001 den Aufbau eines MS-Registers. Mittlerweile beteiligen sich über 189 MS-Zentren an der Dokumentation. Der DMSG-Bundesverband gewährt in der "Grafik des Quartals" Einblick in aktuelle Zahlen rund um die Erkrankung MS.
Mehr über das MS-Register der DMSG, Bundesverband e.V. erfahren Sie hier.
 
Quelle: msfp, DMSG-Bundesverband e.V., 25.06.2020
Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 25.06.2020



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  Hakenwurm Studie bremst erwartung
Geschrieben von: 1000gesichter - 03.07.2020, 09:33 - Forum: Aktuelle Studien und Berichte - Keine Antworten

Hakenwurmstudie bremst Erwartungen in Punkto Multiple Sklerose
03. Juli 2020

[Bild: csm_schubf%C3%B6rmig-remittierender-verl...6c3321.jpg]
Eine chronische Krankheit mit Parasiten eindämmen? Prof. Mathias Mäurer geht im aktuellen MS-Docblog darauf ein.
Schon zwei Mal, 2007 und 2009, hatte amsel.de über einen ungewöhnlichen Therapieansatz bei Multipler Sklerose berichtet. Ausgerechnet Hakenwürmer, also Parasiten, die man normalerweise eher nicht haben möchte, sollten demnach helfen, die Multiple Sklerose einzugrenzen. Ihnen wird nachgesagt, bestimmte Teile des Immunsystems zu beeinflussen. Eine Studie wurde sogar von der britischen MS-Gesellschaft gefördert, weil es ein kostengünstiger Ansatz ist und der Parasitenbefall leicht rückgängig zu machen ist.
Da gibt es einen Haken
Nun liegen aktuelle Ergebnisse vor und Prof. Mathias Mäurer, bloggender Neurologe und Chefarzt für Neurologie am Klinikum Würzburg-Mitte, kommentiert diese Ergebnisse, genauso wie den Ansatz, der berechtigterweise dahintersteckt. Schon am Titel seines Blogbeitrages lässt sich erkennen, dass es einen Haken gibt an der Hakenwurmstudie:

Man muss allerdings fairerweise hinzufügen, dass die Therapie der schubförmigen Multiplen Sklerose mit Hakenwürmern nicht ganz ohne positive Wirkung blieb, allein: Sie genügt nicht, um einen Einsatz von Hakenwürmern bei MS als alleiniges Therapiemittel zu rechtfertigen.
Nichts für Weicheier
Professor Mathias Mäurer kommentiert nicht nur den Ansatz sowie die aktuellen Ergebnisse, sondern er erklärt auch ausführlich, wie die Hakenwurmlarven unter die Haut injiziert werden, wohin sie danach wandern, wie aus den Larven ein Wurm wächst und – Erleichterung! – wie man sie wieder los wird. Ob es noch weitere Studien zur Hakenwurmbehandlung bei MS geben wird, steht offen. Klar scheint bereits nach dieser Studie zu sein, dass die Parasitentherapie maximal als Add-on zu einer Immuntherapie genügen könnte. Und, dass es auch ein bisschen Mut braucht, sich einer solchen Prozedur zu unterziehen.
Hinweis: 2011 berichtete amsel.de über eine MS-Studie zum Peitschenwurm. Wenige Monate später schaffte der Peitschenwurm es sogar in einen MS-Kongress: Und wieder winkt der Peitschenwurm. Vielleicht macht der ja das Rennen, wenn es um die Parasitenbehandlung bei MS geht. Solange heißt es wohl: Alles hat ein Ende, nur der Wurm hat zwei.
Quelle: MS-Docblog, 30.06.2020.
Redaktion: AMSEL e.V., 03.07.2020



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  Ozanimod erhält zulassung
Geschrieben von: 1000gesichter - 03.07.2020, 05:45 - Forum: Multiple Sklerose - Keine Antworten

Schubförmig-remittierende Multiple Sklerose: Ozanimod erhält Zulassung für Europa
Donnerstag 02.07.2020
Die Europäische Kommission hat die EU-Zulassung für Ozanimod (Handelsname Zeposia®) erteilt. Laut Indikation kann Ozanimod angewendet werden "bei erwachsenen Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose (RRMS) mit aktiver Erkrankung, definiert durch klinische oder bildgebende Befunde.“
Mit dem Wirkstoff Ozanimod erhält ein weiterer Sphingosin-1-Phosphat (S1P)-Rezeptor-Modulator in der Therapie der Multiplen Sklerose die Zulassung. Er kann zur Behandlung von Erwachsenen mit RRMS bei der es beim Patienten nach Perioden mit milderen Symptomen oder symptomfreien Phasen immer wieder zu einem Wiederaufflammen der Symptome (Auftreten von Schüben) kommt, eingesetzt werden. Aktive Erkrankung bedeutet, dass Rückfälle auftreten oder bei MRT-Scans aktive Anzeichen einer Entzündung zu beobachten sind.
Ozanimod wird einmal täglich als Kapsel eingenommen und anfänglich über 8 Tage mit drei Wirkstärken auf dosiert. Der Wirkstoff blockiert durch kompetitive Hemmung eine Aktivierung von S1P-Rezeptoren auf Lymphozyten. Durch die Bindung an diese Rezeptoren hält Ozanimod Lymphozyten davon ab, von den Lymphknoten zu Gehirn und Rückenmark zu gelangen, wodurch die von ihnen bei der MS verursachten Schädigungen begrenzt werden.
Ozanimod hat sich in zwei Hauptstudien, an denen insgesamt 2.666 Patienten mit RRMS teilnahmen, bei der Reduzierung der Zahl der Schübe als wirksam erwiesen. In der ersten Studie, die sich über ein Jahr erstreckte, war die durchschnittliche Zahl von Schüben pro Jahr bei Patienten, die mit der Standarddosis behandelt wurden, etwa halb so hoch wie bei Patienten, die mit einem anderen Arzneimittel, Interferon beta-1a, behandelt wurden (0,18 gegenüber 0,35 Rückfällen).In der zweiten Studie, die zwei Jahre dauerte, hatten Patienten, die mit der Standarddosis Ozanimod behandelt wurden, durchschnittlich 0,17 Schübe pro Jahr, verglichen mit 0,28 Patienten, die Interferon beta-1a erhielten.
Sehr häufige Nebenwirkungen von Ozanimod sind Nasopharyngitis (Entzündung der Nase und des Rachens) und erhöhte Spiegel von Leberenzymen (ein Zeichen für Leberprobleme). Ungefähr 1 von 100 Personen musste wegen eines starken Anstiegs der Leberenzymwerte während der Studien die Behandlung abbrechen. Die vollständige Auflistung der im Zusammenhang mit Ozanimod berichteten Nebenwirkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.
Kontraindiziert ist Ozanimod bei Patienten mit schweren Lebererkrankungen, schweren aktiven Infektionen, Krebs oder geschwächtem Immunsystemen. Es darf nicht bei Patienten mit bestimmten Herzerkrankungen oder Patienten angewendet werden, die kürzlich einen Schlaganfall, einen Herzinfarkt oder andere Herzprobleme hatten. Es darf auch nicht bei Schwangeren oder Frauen angewendet werden, die schwanger werden können und kein zuverlässiges Verhütungsmittel verwenden. Die vollständige Auflistung der Einschränkungen ist ebenfalls der Packungsbeilage zu entnehmen. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (Committee for Medicinal Products for Human Use, CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hatte bereits Ende März 2020 ein positives Votum (Positiv Opinion) für die Zulassung von Ozanimod abgegeben. Wir berichteten
Es ist damit zu rechnen, dass Ozanimod ab Mitte Juli 2020 in den Apotheken erhältlich sein wird.
Weitere Informationen entnehmen Sie der nächsten Ausgabe der aktiv!, der Verbandszeitschrift der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V.
Quelle: EMA, Humanarzneimittel Ozanimod (Zeposia®) - 27.05.2020
Redaktion: DMSG-Bundesverband - 02.07.2020

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  Monozytem neuer Ansatz
Geschrieben von: 1000gesichter - 09.06.2020, 11:27 - Forum: Aktuelle Studien und Berichte - Keine Antworten

Monozyten - neuer Ansatz, um Multiple Sklerose zu behandeln?
09. Juni 2020

Weltweit suchen Forscher nach einer spezifischeren Therapie der MS. Ein Team aus Berlin findet möglicherweise einen Weg in diese Richtung.
Deutsche Forscher haben im Mausmodell einen neuen Ansatz gefunden, um die Multiple Sklerose zu therapieren. Anstatt, wie bei bisherigen Therapien, direkt die T- oder B-Zellen zu beeinflussen, richtet sich der neue Ansatz an Monozyten.
Bei der MS finden Zellen des Immunsystems ihren Weg ins Gehirn und zerstören dort die Myelinschicht um Nervenfasern. Dazu müssen die Zellen die Blut-Hirn-Schranke überwinden.
Forscher vermuteten bereits zuvor, dass die Monozyten das Krankheitsgeschehen der Multiplen Sklerose beeinflussen. 6 Untergruppen von Monozyten haben die Berliner Forscher um Aleander Mildner vom Max-Delbrück-Centrum mittels Einzelzellsequenzierung bei der Maus-MS im Gehirn identifiziert, 4 davon waren bislang unbekannt. Um zu überprüfen, ob diese Monozyten tatsächlich einen Einfluss auf die Maus-MS haben, injizierten die Forscher den Tieren mit EAE, einer künstlichen Form der MS, einen Wirkstoff, der die Monozyten zerstört. Das Ergebnis: Die Symptome der Maus-MS nahmen innerhalb kurzer Zeit ab.
Bestimmte Monocyten ausschalten, um Multiple Sklerose zu bremsen
Da nur eine bestimmte Gruppe von Monozyten durch die Injektion eliminiert wurde, nämlich die Cxcl10+-Zellen, gehen die Forscher davon aus, dass diese Untergruppe bei der (Maus-) MS für die Zerstörung körpereigenen Gewebes sorgt. Im Unterschied zu den anderen untersuchten Zelltypen charakterisiert die Cxcl10+-Zellen zweierlei: Viele Rezeptoren für Gewebeschädigung und die Produktion einer Substanz, welche die Öffnung der Blut-Hirn-Schranke fördert. Beides würde ins "Bild" der MS passen.
Die deutsche Forschergruppe hält ihren Ansatz für potenziell effektiver als bisherige Ansätze. Sollte sich der auf die menschliche MS übertragen lassen, wäre ein neuer und zudem das Immunsystem schützender Weg zur Behandlung der MS gefunden. Wobei deutlich zu machen ist, dass es sich hier um erste Untersuchungen am Tiermodell handelt und damit noch nicht feststeht, ob und wie der Ansatz auf den Menschen übertragbar ist.
Quelle: Nature Immunology, 20.04.2020.



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  Monozytem in Fokus
Geschrieben von: 1000gesichter - 06.06.2020, 07:10 - Forum: Aktuelle Studien und Berichte - Keine Antworten

Multiple Sklerose: Monozyten kommen bei der Therapie in den Fokus
Dienstag, 26. Mai 2020
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[url=https://cdn.aerzteblatt.de/bilder/2020/05/img243375298.jpg][Bild: eyJidWNrZXQiOiJjZG4uYWVyenRlYmxhdHQuZGUi...o1NjB9fX0=]
/ag visuell, stock.adobe.com
Berlin – Bisherige Therapien der Multiplen Sklerose (MS) haben sich bekanntlich auf die Funktion von T- und B-Lymphozyten konzentriert. Eine Arbeitsgruppe um Alexander Mildner vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) berichtet in Nature Immunology, dass bestimmte Monozyten am Krankheitsverlauf wesentlich beteiligt sein könnten – und es daher womöglich effektiver ist, ihre Funktion therapeutisch zu beeinflussen (DOI 10.1038/s41590-020-0661-1).
Bei der MS wandern Zellen des eigenen Immunsystems in das Zentralnervensystem ein und zerstören dort die Myelinscheiden, die schützende äußere Schicht der Nervenfasern. In der Folge werden Nervensignale nicht mehr richtig weitergeleitet.
Bei den jetzt untersuchten Monozyten handelt es sich um eine spezielle Form weißer Blutkörperchen, die eine Zeit lang im Blut zirkulieren, bevor sie ins Gewebe auswandern. Dort verwandeln sie sich in Fresszellen, die körperfremdes Gewebe – oder das, was sie wie bei der MS irrtümlich dafür halten – zerstören.
„In unserem Mausmodell der MS wollten wir die Zellen per Einzelzell-Sequenzierung genauer untersuchen und herausfinden, welche Monozyten bei MS im Gehirn vorhanden sind“, so Mildner. Gemeinsam mit einem israelischen Team um Ido Amit vom Department of Immunology am Weizmann Institute of Science in Rehovot stießen sie auf 6 verschiedene Monozyten-Subtypen, von denen 4 bisher noch unbekannt gewesen waren.
Wie in einer früheren Studie injizierte Mildner den Mäusen Antikörper gegen ein spezifi­sches Oberflächenprotein der Monozyten. Wie erwartet starben die Zellen darauf­hin ab und die MS-Symptome der Tiere verringerten sich innerhalb kürzester Zeit.
zum Thema

aerzteblatt.de „Nur eine ganz bestimmte Form der Monozyten, die Cxcl10+-Zellen, ging durch die Antikörper-Behandlung zugrunde. Offenbar sind sie also diejenigen Zellen, welche vorrangig die MS-typischen Gewebeschäden im Gehirn hervorrufen“, sagte Mildner.
Dieser Zelltyp unterscheidet sich laut den Forschern von den anderen Monozyten in 2 wesentlichen Punkten. Zum einen besitzen Cxcl10+-Zellen besonders viele Rezeptoren für einen von T-Zellen abgegebenen Signalstoff, der in Monozyten gewebeschädigende Eigenschaften hervorruft. Zum anderen produzieren diese Zellen besonders viel Interleukin-1-Beta, eine Substanz, die die Blut-Hirn-Schranke öffnet, so dass die Zellen leichter vom Blut ins Gehirn gelangen können.
„Unsere Forschung legt nahe, dass T-Zellen als Krankheitsinitiatoren ins zentrale Nervensystem wandern, um dann dort Monozyten anzulocken, die für den primären Gewebeschaden verantwortlich sind“, so Mildners Überlegung. „Wenn das so wäre, würde es zur Behandlung der allermeisten Formen der MS ausreichen, künftig die Cxcl10+ Mono­­zyten spezifisch auszuschalten, anstatt gegen die T- oder B-Zellen des Immunsystems vorzugehen“, folgert er.
Ein solches Vorgehen würde das Immungedächtnis des Körpers schützen und viele Nebenwirkungen der jetzigen MS-Therapien vermeiden, so der Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de



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  MS Medikamente
Geschrieben von: 1000gesichter - 10.05.2020, 06:48 - Forum: Therapie bei MS - Keine Antworten

https://www.amsel.de/multiple-sklerose/b...03hjWFbhqc

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  Neue Therapie Chance bei MS
Geschrieben von: 1000gesichter - 01.05.2020, 17:33 - Forum: Aktuelle Studien und Berichte - Keine Antworten

Neue Therapie-Chancen für Multiple Sklerose in Sicht
Bisherige Ansätze, um Multiple Sklerose zu behandeln, haben sich auf T- und B-Zellen konzentriert. Eine Gruppe am MDC stellt nun eine neue Strategie in „Nature Immunology“ vor. Demnach ist es womöglich effektiver, eine andere Form von Immunzellen – bestimmte Monozyten – zu bekämpfen.
Man nennt sie auch die Krankheit der tausend Gesichter. Denn sowohl die Symptome als auch der Verlauf der Multiplen Sklerose (MS) unterscheiden sich stark von Patient*in zu Patient*in. Gleich ist bei allen Erkrankten jedoch eines: Zellen des eigenen Immunsystems wandern bei ihnen ins Gehirn ein und zerstören dort die Myelinscheiden, die schützende äußere Schicht der Nervenfasern. Das hat zur Folge, dass es im Gehirn zu elektrischen „Kurzschlüssen“ kommt und Nervensignale nicht mehr richtig weitergeleitet werden.
Viele MS-Medikamente schwächen das Immungedächtnis
Welche Immunzellen an dem Abbau der Myelinscheiden beteiligt sind, wissen Forschende noch nicht im Detail. Autoreaktive T- und B-Zellen, die aufgrund eines Fehlers die Myelinscheiden im Gehirn als körperfremd erkennen, wandern in das Gehirn ein und initiieren die Erkrankung. „Daher richten sich die bisher verfügbaren MS-Medikamente im Wesentlichen gegen diese T- und B-Zellen, die beide zum erworbenen Immunsystem gehören“, sagt der Forschungsleiter der aktuellen Publikation im Fachblatt „Nature Immunology“, Dr. Alexander Mildner vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC).
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[Bild: Mildner_112848_2.jpg?h=c05bc889&itok=t2UeBnxi]

Um die Monozyten aus dem zentralen Nervensystem zu isolieren, werden die Immunzellen mittels Zentrifugation vom Myelin getrennt.
© Alexander Mildner, MDC


Um die Monozyten aus dem zentralen Nervensystem zu isolieren, werden die Immunzellen mittels Zentrifugation vom Myelin getrennt.

© Alexander Mildner, MDC

Mildner forscht zurzeit als DFG Heisenberg-Stipendiat mit eigenen Mitteln in der MDC-Arbeitsgruppe „Zelldifferenzierung und Tumorigenese“ von Professor Achim Leutz. „Durch ihren Angriff auf das erworbene Immunsystem beeinträchtigen die MS-Medikamente allerdings das Immungedächtnis des Körpers, der damit langfristig anfälliger für Infektionen sein kann“, sagt der Wissenschaftler.
Ohne Monozyten besserten sich bei Mäusen die MS-Symptome
Mildner verfolgt daher seit ein paar Jahren eine andere Strategie. Er will herausfinden, welche Rolle Immunzellen bei der Entstehung der MS spielen, die zur angeborenen Körperabwehr gehören – und ob nicht auch sie eine geeignete Zielstruktur für die Therapie der Erkrankung sind. „In einer früheren Studie mit einem Mausmodell für die Multiple Sklerose konnten wir bereits zeigen, dass die Krankheitssymptome der Tiere innerhalb von nur wenigen Tagen stark zurückgingen, wenn Antikörper spezifisch deren Monozyten zerstörten“, berichtet der Forscher. Das habe ihn und auch viele seiner Kolleginnen und Kollegen damals sehr überrascht.
„Offenbar sind also nicht nur T- und B-Zellen an dem Gewebeschaden der MS beteiligt“, sagt Mildner. Bei den von ihm untersuchten Monozyten handelt es sich um eine spezielle Form weißer Blutkörperchen, die eine Zeit lang im Blut zirkulieren, bevor sie ins Gewebe auswandern. Dort verwandeln sie sich in Fresszellen, die körperfremdes Gewebe – oder das, was sie wie bei der MS irrtümlich dafür halten – zerstören. Das führe zu Entzündungen im Gehirn, sagt Mildner.
Das Team stieß auf unbekannte Formen von Monozyten

[Bild: Mildner_113636_2.jpg?h=7643bc72&itok=1LcAoOU0]

Für die anschließende Transkriptomanalyse werden einzelne Monozyten aus dem zentralen Nervensystem in Platten sortiert, was Alexander Mildner am Mikroskop kontrolliert.
© Alexander Mildner, MDC


Für die anschließende Transkriptomanalyse werden einzelne Monozyten aus dem zentralen Nervensystem in Platten sortiert, was Alexander Mildner am Mikroskop kontrolliert.

© Alexander Mildner, MDC

Auch in der aktuellen in Nature Immunology erschienenen Studie, die er gemeinsam mit einem israelischen Team um Professor Ido Amit vom Department of Immunology am Weizmann Institute of Science in Rehovot vorgenommen hat, konzentrierten sich Mildner und sein Team auf die Monozyten. „Wir wissen, dass es mehrere Formen dieser Immunzellen gibt, die unterschiedliche Aufgaben besitzen“, sagt der Wissenschaftler. „In unserem Mausmodell der MS wollten wir die Zellen daher per Einzelzell-Sequenzierung genauer untersuchen und herausfinden, welche Monozyten bei MS im Gehirn vorhanden sind.“
Er und seine Kolleg*innen stießen dabei auf sechs verschiedene Monozyten-Subtypen, von denen vier bisher noch unbekannt gewesen waren. Wie in seiner früheren Studie injizierte Mildner den Mäusen Antikörper gegen ein spezifisches Oberflächenprotein der Monozyten. Wie erwartet starben die Zellen daraufhin ab und die MS-Symptome der Tiere verringerten sich innerhalb kürzester Zeit. „Überraschend für uns war allerdings die Beobachtung, dass die Antikörper nicht alle Monozyten im Gehirn zerstörten, die dieses Oberflächenprotein besitzen“, sagt Mildner.
Nicht alle Monozyten zerstören das schützende Myelin

[Bild: Mildner_Einzelzellsequenzierung.jpg?h=52...k=Ga1WNM2_]

Einzelzellanalyse - Die Monozyten können anhand ihrer Transkriptomähnlichkeit zueinander in definierte Gruppen eingeteilt werden (hier angedeutet durch die unterschiedlichen Farben).
© Alexander Mildner, MDC


Einzelzellanalyse - Die Monozyten können anhand ihrer Transkriptomähnlichkeit zueinander in definierte Gruppen eingeteilt werden (hier angedeutet durch die unterschiedlichen Farben).

© Alexander Mildner, MDC

„Nur eine ganz bestimmte Form der Monozyten, die Cxcl10+-Zellen, ging durch die Antikörper-Behandlung zugrunde“, sagt Mildner. „Offenbar sind sie also diejenigen Zellen, welche vorrangig die MS-typischen Gewebeschäden im Gehirn hervorrufen.“ Wie er und sein Team mit der Einzelzell-Sequenzierung zudem herausgefunden haben, unterscheidet sich dieser Zelltyp von den anderen Monozyten in zwei wesentlichen Punkten. Zum einen besitzen Cxcl10+-Zellen besonders viele Rezeptoren für einen von T-Zellen abgegebenen Signalstoff, der in Monozyten gewebeschädigende Eigenschaften hervorruft. Zum anderen produzieren diese Zellen besonders viel Interleukin-1-Beta, eine Substanz, die die Blut-Hirn-Schranke öffnet, so dass die Zellen leichter vom Blut ins Gehirn gelangen können. „Unsere Forschung legt nahe, dass T-Zellen als Krankheitsinitiatoren ins zentrale Nervensystem (ZNS) wandern, um dann dort Monozyten anzulocken, die für den primären Gewebeschaden verantwortlich sind“, erläutert Mildner.
Womöglich seien die anderen Monozyten sogar an Reparaturprozessen beteiligt, bei denen der Körper versuche, das beschädigte Myelin wieder neu aufzubauen, spekuliert Mildner. Aufgrund der Ergebnisse seiner Studie hält er es zudem für denkbar, dass die T- und B-Zellen am Abbau der Myelinscheiden gar nicht direkt beteiligt sind, sondern nur indirekt: indem sie die Cxcl10+-Monozyten dazu bringen, die schützende Hülle der Nervenfasern anzugreifen.
Viele Nebenwirkungen wären womöglich vermeidbar
„Wenn das so wäre, würde es zur Behandlung der allermeisten Formen der MS ausreichen, künftig die Cxcl10+-Monozyten spezifisch auszuschalten, anstatt gegen die T- oder B-Zellen des Immunsystems vorzugehen“, sagt Mildner. „So würde man das Immungedächtnis des Körpers schützen und viele Nebenwirkungen der jetzigen MS-Therapien vermeiden.“ In einem nächsten Schritt möchte der Forscher gemeinsam mit seinem Team herausfinden, ob die Cxcl10+-Monozyten auch außerhalb des ZNS zu finden sind. „Wenn sie beispielsweise bereits in der Körperperipherie, zum Beispiel in den Lymphknoten, existieren“, sagt er, „wären sie dort zu therapeutischen Zwecken viel leichter angreifbar als im Gehirn.“
Text: Anke Brodmerkel
 
Weiterführende Informationen

  • [url=https://www.mdc-berlin.de/research/research-teams/cell-differentiation-and-tumorigenesis/Research/Myeloid-cell-differentiation-and-macrophage-function?mdcbl%5B0%5D=/leutz%23t-research&mdcbv=qYKUbi5SCKD_92EjcP0AXFMVmk8ZDNK5m5eqfr68WdU&mdcot=3&mdcou=20739&mdctl=0#t-research]Die unabhängige Arbeitsgruppe von Alexander Mildner am MDC in der AG Leutz
  • Arbeitsgruppe von Ido Amit am WIS
Fotos zum Download
  • Monozyten aus dem zentralen Nervensystem trennt Alexander Mildner vom Myelin mittels Zentrifugation. Foto: Alexander Mildner, MDC
  • Für die anschließende Transkriptomanalyse kontrolliert Alexander Mildner Monozyten unter dem Mikroskop. Foto: Alexander Mildner, MDC
  • Einzelzellanalyse – Jede Farbe präsentiert eine Gruppe mit Monozyten, deren Transkriptome sich ähneln. Foto: Alexander Mildner, MDC
Literatur
Amir Giladi et al. (2020):  „Cxcl10+ monocytes define a pathogenic subset in the central nervous system during autoimmune neuroinflammation”, Nature Immunology, DOI: 10.1038/s41590-020-0661-1
Kontakte
Dr. Alexander Mildner
Gastwissenschaftler mit DFG-Heisenberg Stipendium
Leiter einer unabhängigen Arbeitsgruppe am MDC (angegliedert an die AG „Zelldifferenzierung und Tumorigenese“ von Professor Achim Leutz)
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC)
Christina Anders
Redakteurin, Abteilung Kommunikation
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC)
+49-30-9406-2118



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