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Wichtige Details zu Siponimod
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Wichtige Details zu Siponimod
27. April 2020

Aufdosieren, Gentest, Varizellen-Impfung: Das für sekundär progrediente MS zugelassene Medikament unterscheidet sich in einigen Punkten vom Vorläufer-Wirkstoff Fingolimod, wie Prof. Mathias Mäurer auf MS-Docblog berichtet.
Seit Januar 2020 ist Siponimod für die Therapie der aktiven sekundär progredienten Multiplen Sklerose  zugelassen. Es gehört wie Fingolimord (zugelassen für schubförmige MS) zu den S1P-Rezeptoragonisten. Interessant ist nicht nur die Zulassung dieser ersten oral einzunehmenden Therapie beim aktiven schleichenden Verlauf der MS (amsel.de hatte berichtet), sondern darüber hinaus gibt es einige interessante Details, wie Prof. Mathias Mäurer auf MS-Docblog.de berichtet.
Impfstatus prüfen und Gentest
Vor der ersten Einnahme von Siponimod wird, sofern nie eine Begenung damit stattgefunden hat, eine Impfung gegen Varizellen (Windpocken) und ein Abstand zur ersten Einnahme von sechs Wochen gefordert. Für alle Patienten gilt: Der Impfstatus sollte vor Ersteinnahme überprüft und ggf. aufgefrischt werden.
Außerdem wird ein Gentest veranlasst, um herauszufinden, ob man Siponimod gegebenenfalls in einer geringeren Dosierung (bei etwa 10 % der Fälle) oder aber gar nicht (in weniger als einem Prozent der Fälle) einnehmen wird. Der Hintergrund ist der, dass Patienten mit einem bestimmten Genotyp – Genotyp CYP2C9*1/*3 oder *2/*3 – Siponimod schlechter verstoffwechseln und deshalb nur die halbe Dosis, also 1 mg täglich, einnehmen dürfen. In sehr seltenen Fällen, wie gesagt weniger als ein Prozent - Genotyp CYP2C9*3/*3 -, ist aufgrund des Genotyp gänzlich von einer Einnahme abzusehen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen diesen Gentest zum sog. Metabolisierungsstatus seit dem 1.4.2020.
Ersteinnahme an speziellen Zentren nur für vorerkrankte Patienten
Während nach der Einnahme der ersten Fingolimod-Tablette für alle Patienten eine ärztliche Überwachung von 6 Stunden notwendig ist, um einem möglichen zu starken Abfall der Herzfrequenz zu begegnen, wird die Dosis von Siponimod über 6 Tage hinweg langsam bis zur regulären Gesamtdosis von 2 mg gesteigert und es erübrigt sich diese Beobachtung bei herzgesunden Menschen (solche Patienten mit Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen müssen nach wie vor nach der Ersteinnahme beobachtet werden).
Quelle: MS-Docblog, 23.04.2020


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