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Hakenwurm Studie bremst erwartung
#1
Hakenwurmstudie bremst Erwartungen in Punkto Multiple Sklerose
03. Juli 2020

[Bild: csm_schubf%C3%B6rmig-remittierender-verl...6c3321.jpg]
Eine chronische Krankheit mit Parasiten eindämmen? Prof. Mathias Mäurer geht im aktuellen MS-Docblog darauf ein.
Schon zwei Mal, 2007 und 2009, hatte amsel.de über einen ungewöhnlichen Therapieansatz bei Multipler Sklerose berichtet. Ausgerechnet Hakenwürmer, also Parasiten, die man normalerweise eher nicht haben möchte, sollten demnach helfen, die Multiple Sklerose einzugrenzen. Ihnen wird nachgesagt, bestimmte Teile des Immunsystems zu beeinflussen. Eine Studie wurde sogar von der britischen MS-Gesellschaft gefördert, weil es ein kostengünstiger Ansatz ist und der Parasitenbefall leicht rückgängig zu machen ist.
Da gibt es einen Haken
Nun liegen aktuelle Ergebnisse vor und Prof. Mathias Mäurer, bloggender Neurologe und Chefarzt für Neurologie am Klinikum Würzburg-Mitte, kommentiert diese Ergebnisse, genauso wie den Ansatz, der berechtigterweise dahintersteckt. Schon am Titel seines Blogbeitrages lässt sich erkennen, dass es einen Haken gibt an der Hakenwurmstudie:
Man muss allerdings fairerweise hinzufügen, dass die Therapie der schubförmigen Multiplen Sklerose mit Hakenwürmern nicht ganz ohne positive Wirkung blieb, allein: Sie genügt nicht, um einen Einsatz von Hakenwürmern bei MS als alleiniges Therapiemittel zu rechtfertigen.
Nichts für Weicheier
Professor Mathias Mäurer kommentiert nicht nur den Ansatz sowie die aktuellen Ergebnisse, sondern er erklärt auch ausführlich, wie die Hakenwurmlarven unter die Haut injiziert werden, wohin sie danach wandern, wie aus den Larven ein Wurm wächst und – Erleichterung! – wie man sie wieder los wird. Ob es noch weitere Studien zur Hakenwurmbehandlung bei MS geben wird, steht offen. Klar scheint bereits nach dieser Studie zu sein, dass die Parasitentherapie maximal als Add-on zu einer Immuntherapie genügen könnte. Und, dass es auch ein bisschen Mut braucht, sich einer solchen Prozedur zu unterziehen.
Hinweis: 2011 berichtete amsel.de über eine MS-Studie zum Peitschenwurm. Wenige Monate später schaffte der Peitschenwurm es sogar in einen MS-Kongress: Und wieder winkt der Peitschenwurm. Vielleicht macht der ja das Rennen, wenn es um die Parasitenbehandlung bei MS geht. Solange heißt es wohl: Alles hat ein Ende, nur der Wurm hat zwei.
Quelle: MS-Docblog, 30.06.2020.
Redaktion: AMSEL e.V., 03.07.2020


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