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Fahreignung und Fahrtauglichkeit
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Fahreignung und Fahrtauglichkeit

Fahreignung und Fahrtauglichkeit
Um am Straßenverkehr teilnehmen zu dürfen, muss der Fahrer eines Kraftfahrzeuges körperlich, geistig und charakterlich in der Lage sein, ein Kfz sicher zu beherrschen und zu führen. Eine eingeschränkte oder mangelnde Fahreignung oder Fahrtauglichkeit können eine Gefährdung des Straßenverkehrs darstellen und im schlimmsten Fall zu schweren Verkehrsunfällen führen. Deswegen muss sowohl bei der Neuerteilung als auch bei der Verlängerung oder Wiedererteilung der Fahrerlaubnis die Fahreignung bzw. Fahrtauglichkeit nachgewiesen werden.
Die Begriffe “Fahreignung” und “Fahrtauglichkeit” werden in der Regel synonym miteinander verwendet. Grundsätzlich haben sie auch eine Bedeutung gemeinsam: die Fähigkeit, ein Kfz im Straßenverkehr sicher zu führen. Doch es gibt einen wichtigen Unterschied: Fahreignung meint die generelle Befähigung, mit einem Fahrzeug sicher am Straßenverkehr teilzunehmen. Hierbei sind zum Beispiel auch charakterliche Eigenschaften des Fahrers von Bedeutung. Fahrtauglichkeit ist hingegen situationsbezogen und bezeichnet die Fähigkeit, in der aktuellen Situation ein Kfz sicher zu beherrschen.
Sowohl die Fahrtauglichkeit als auch die Fahreignung eines jeden Verkehrsteilnehmers können durch die Polizei, Gerichte oder die Fahrerlaubnisbehörde in Frage gestellt werden.

Inhalt dieser Seite: Zusammenhang mit der Fahrerlaubnis
Bevor eine Fahrerlaubnis (wieder)erteilt bzw. verlängert wird, muss der Betroffene seine Fahreignung bzw. Fahrtauglichkeit gemäß § 11 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) nachweisen. Dies geschieht Rahmen einer sogenannten Fahrtauglichkeitsuntersuchung. Für gewöhnlich stellt die Fahrerlaubnisbehörde die grundsätzliche Fahreignung, die auch charakterliche Eigenschaften umfasst, hierbei nicht in Frage. Bei einer Fahrtauglichkeitsuntersuchung wird die körperliche Eignung überprüft. Die Untersuchung beinhaltet im Allgemeinen lediglich einen Sehtest; dieser ist für alle Fahrerlaubnisbewerber verbindlich. Je nach Fahrerlaubnisklasse kann die Fahrtauglichkeitsuntersuchung zusätzlich eine ärztliche Begutachtung miteinschließen.
§ 11 FeV legt dazu fest:
(1) Bewerber um eine Fahrerlaubnis müssen die hierfür notwendigen körperlichen und geistigen Anforderungen erfüllen. […]
(2) Werden Tatsachen bekannt, die Bedenken gegen die körperliche oder geistige Eignung des Fahrerlaubnisbewerbers begründen, kann die Fahrerlaubnisbehörde […] die Beibringung eines ärztlichen Gutachtens durch den Bewerber anordnen. […] (§ 11 Abs. 1 und 2 FeV)
Für eine Fahrtauglichkeitsuntersuchung fallen Kosten an, die der Betroffene selbst zahlen muss. Die Gebühren sind nicht einheitlich festgelegt und variieren je nach Anbieter. Auch der Umfang der Fahrtauglichkeitsuntersuchung beeinflusst die Höhe der Kosten.

Fahrtauglichkeitsuntersuchung: Pflicht für Lkw- und Busfahrer

Für eine Fahrerlaubnis als Lkw-Fahrer (Klasse C, CE, C1 und C1E) oder Busfahrer (Klasse D, DE, D1 und D1E) ist eine umfassende Fahrtauglichkeitsuntersuchung verpflichtend. Hierbei werden in einem verkehrsmedizinischen Gutachten unter anderem
  • der allgemeine Gesundheitszustand
  • das Sehvermögen
  • das Reaktions- und Konzentrationsvermögen und
  • die körperliche Belastbarkeit
des Berufskraftfahrers untersucht. Da die Fahrerlaubnis für Lkw und Busse grundsätzlich immer auf fünf Jahre begrenzt ist und entsprechend verlängert werden muss, müssen sich Berufskraftfahrer regelmäßig einer Fahrtauglichkeitsuntersuchung unterziehen.

Freiwillige Fahrtauglichkeitsuntersuchung

Eine Fahrtauglichkeitsuntersuchung muss nicht immer aufgrund gesetzlicher Vorschriften erfolgen. So besteht auch die Möglichkeit, sich freiwillig auf Fahrtauglichkeit untersuchen zu lassen. Sinnvoll ist dies beispielsweise für ältere Führerscheininhaber. Da im Alter geistige und körperliche Fähigkeiten abnehmen können und in diesem Fall die Gefährdung im Straßenverkehr steigt, ist eine Fahrtauglichkeitsuntersuchung ratsam. Senioren können eine Fahrtauglichkeitsprüfung beispielsweise beim TÜV absolvieren.

Fahreignung: Beeinflussung durch Krankheiten

Erkrankungen und andere Beeinträchtigungen können die Fahreignung beeinflussen. Dazu gehören
  • Behinderung in den Bewegungsabläufen
  • eingeschränktes Seh- oder Hörvermögen
  • Epilepsie
  • Diabetes
  • psychische Störungen
Der Betroffene ist möglicherweise nur noch eingeschränkt dazu in der Lage, das Fahrzeug sicher zu führen und stellt ein potenzielles Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr dar. In diesem Fall ist eine Überprüfung der Fahreignung sinnvoll. Dazu wird ein ärztliches bzw. verkehrsmedizinisches Gutachten erstellt.
Einer Überprüfung der Fahreignung kann sich der Betroffene freiwillig unterziehen. Es ist allerdings auch möglich, dass sie von der Fahrerlaubnisbehörde angeordnet wird, wenn Zweifel an der Fahreignung aufkommen. Dies ist beispielsweise bei Verdacht auf Alkohol- oder Drogenkonsums oder bei anderen Auffälligkeiten in einer Verkehrskontrolle der Fall. Auch im Rahmen einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) erfolgt eine Fahreignungsprüfung. Diese ist Voraussetzung zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis.
Verursacht der Fahrer durch mangelnde Fahreignung einen Verkehrsunfall, kann ihm zum einen die Fahrerlaubnis entzogen werden. Zum anderen erlischt möglicherweise der Versicherungsschutz.

Fahreignung: ärztliches Gutachten

Das ärztliche Gutachten über die Fahreignung beinhaltet sowohl eine körperliche Untersuchung als auch ein Gespräch mit dem Betroffenen über die jeweilige Krankheit bzw. Beeinträchtigung. Das Gutachten kann – abhängig vom individuellen Einzelfall – unter anderem von einem Facharzt mit verkehrsmedizinischer Qualifikation, einem Arzt des Gesundheitsamtes oder der Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF) erstellt werden. Gegenstand der Untersuchung ist unter anderem die Überprüfung
  • des allgemeinen Gesundheitszustandes
  • des Bewegungsapparats
  • der Sinnesfunktionen
  • der Reaktionsfähigkeit
  • einer regelmäßigen Einnahme von Arzneimitteln
Auf Grundlage des Gutachtens entscheidet die zuständige Fahrerlaubnisbehörde, ob der Betroffene dazu geeignet ist, ein Fahrzeug im Straßenverkehr sicher zu führen.
Wie hoch die Kosten für ein verkehrsmedizinisches Gutachten sind, ist vom Einzelfall abhängig. Die Art der Untersuchung beeinflusst dabei die Kosten genauso wie die Wahl des Gutachters. Grundsätzlich muss der Betroffene für die Kosten selbst aufkommen.


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